Was bedeutet es konservativ zu sein?

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Ich bin ein Konservativer! Eine Aussage, die sich heute kaum noch einer traut zu sagen. 

Zu sehr ist der Konservativismus in den Augen vieler mit den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte verbunden, zu schrill sind jene, die sagen sie seinen Konservativ, in Wahrheit aber nur Angst und ein verschlossenes Herz haben.

Doch was heißt es heute überhaupt konservativ zu sein? In einer Welt in der der Fortschritt stärker als je zuvor um seiner selbst Willen voranschreitet. In einer Gesellschaft, die sich so schnell wie nie zuvor in der Geschichte des Menschen ändert. Konservativ sein heißt, den Mut haben aufzustehen und „Stop“ zu sagen. Nicht um jede Entwicklung aufzuhalten, sondern um zu mahnen, lasst uns erst einmal abwägen, bevor wir alles riskieren. Denn mehr als jeder andere weiß der Konservative, die Vergangenheit ist vergangen.

„Konservativ ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.“ (Antoine de Rivarol)

Konservativ sein heißt nicht das Alte um jeden Preis zu verteidigen, es bedeutet mit Werten zu leben die nie ihre Gültigkeit verlieren. Es gilt seine Pflicht zu tun, seinen Anteil an der Gesellschaft zu erfüllen. Es gilt Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Es gilt Haltung auch dann zu bewahren, wenn der Sturm stärker wird. Und ein Leben mit Anstand zu führen, selbst wenn um einen herum Nihilismus und Egoismus die Herrschaft ergriffen hat.

„Die Konservativen sind die Pausenzeichen der Geschichte.“ (Norman Mailer)

Heimat ist kein Begriff, der dem Konservativen peinlich ist. Es sind seine Wurzeln, seine Vergangenheit und Zukunft. Heimatliebe oder Patriotismus wertet die anderen nicht ab, denn es ist ein Zeichen der eigenen Identität. Jeder Kapitän, der noch so weit in die Welt hinausgefahren ist, sehnte sich danach am Ende wieder in seinem Heimathafen zu ankern. Für das Flexibilitätsdiktat des globalisierten Kapitalismus mag Heimat ein Hemmschuh sein, für den Konservativen ist es ein sicherer Hafen.

„Im Hinblick auf seine eigenen Ansichten ist jedermann konservativ.“ (Ludwig Wittgenstein)

Die Familie war und ist die Keimzelle der Gesellschaft, unabhängig davon ob man sie als Gemeinschaft von Vater, Mutter, Kind betrachtet, oder als die einstigen Großfamilien. Eine Gesellschaft kann nur überleben, wenn sie die Familie bewahrt. Ansonsten wird sie eine Ansammlung von Individualisten, denen es lediglich um die Befriedigung der eigenen Gelüste geht.

„Alle wertvollen Gefühle – für einen Menschen wie für einen Glauben, eine Scholle, ein Land – sind konservativ. “ (Ellen Key)

Der Glaube ist ein Fixpunkt. Und selbst ein Konservativer, der nicht an Gott glaubt, weiß, der Mensch soll nicht Gott spielen. Nur weil am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit gemacht wird, was gemacht werden kann, heißt dies nicht, auf den Grenzen von Vernunft und Verstand zu beharren. Denn wenn der Mensch das Maß aller Dinge wird, wird er die Welt nur in den Abgrund seiner Fehler und Unzulänglichkeiten hinunter reißen.

„Konservativ ist eine Vorfahrtsregel für das Bestehende, das sich nicht gegen das Neue absperrt, ihm aber die Beweislast überträgt, dass es besser ist als das Alte.“ (Norbert Blüm)

 
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vor 1 Woche