Primaten geklont: Und ab morgen spielen wir Gott

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Ganze 22 Jahre ist es jetzt her, dass das Klonschaf Dolly mit seinem kurzen Leben für Schlagzeilen sorgte. Heute steht es ausgestopft im Museum, aber geklont wird fleißig weiter.

Sie heißen Zhong Zhong und Hua Hua und gleichen sich wie ein Äffchen dem anderen. Und irgendwie sind sie es ja auch, denn zu zweit sind sie nur, weil der eine vom anderen geklont wurde. Das es ausgerechnet Chinesen waren, denen das Klonen gelang, überrascht wenig. Schließlich ist die Kombination Fortschritt und keine lästigen Bedenken zu haben nirgendswo sonst derzeit so verbreitet.

Besserwisser werden jetzt anmerken, dass es vor gut 20 Jahren ja schon einmal hieß, man habe einen Affen geklont. Technisch betrachtet haben die Wissenschaftler damals aber nur eine Art Zwillingspärchen geschaffen. In diesem Fall wurde tatsächlich ein Affe mit den Genen des anderen geklont. Gut, geklonte Tiere sind nicht neu. Aber zwei Dinge lassen aufhorchen. Zum einen sind es die ersten Primaten, und als was sieht so manch Forscher sich selbst, und die „Erfolgs“quote betrug 109:2 – es wurden also 109 Affenembryos für den Erfolg benötigt. 109 klingt nach viel, ist aber ein gewaltiger Sprung nach vorn.

Natürlich muss die Welt jetzt keine Angst haben, dass chinesische Super-Affen-Soldaten demnächst die Weltherrschaft erringen. Die Forscher wollen der Menschheit natürlich nur gutes tun. So seien auch die geklonten Affen eigentlich für Tierversuche geklont worden. Mal abgesehen davon, dass auch Tierversuche an Primaten ethisch äußerst diskutabel sind, kann einem eine solche Begründung natürlich wenig beruhigen.

Am Ende ist die sogenannte „Weltsensation“ nur der erste wirklich Schritt zum Klonen des Menschen. Ja, die Quote ist noch zu hoch. Ja, den Chinesen gelang es nicht ein erwachsenes Tier zu klonen. Aber Leute, dass sind nur Details. Ein paar Hindernisse, die wir schon hinwegklonen werden. Ab morgen werden Menschen geklont.

Man kann in unserer heutigen Zeit eigentlich nichts anderes erwarten. Das Klonen von Menschen entspricht ironischerweise ja weniger wissenschaftlichem Forscherdrang, sondern eher kapitalistischen Interessen. Klonen wird es nicht auf Krankenschein geben, das muss man sich leisten können. Der geklonte Mensch ist ein Produkt, hergestellt in einer industrialisierten Medizin. Der uralte Traum der Gottlosen wird wahr, sie können endlich Gott spielen und werden dabei auch noch reich.

Dabei kann man Gott durchaus auch aus dem Spiel lassen, und einfach darauf hinweisen das Klonen – egal was und wen – so von der Natur nicht vorgesehen ist. Und unser ethisch-moralisches Denken ist selten auf etwas vorbereitet, was derart unnatürlich ist. Ist ein geklonter Mensch überhaupt ein Mensch, oder doch ein hergestelltes Produkt an dem derjenige, der am Ende die Rechnung bezahlt hat, dementsprechend auch Eigentumsrechte besitzt? Oder macht das künftig keinen Unterschied mehr, weil eine von der Fortpflanzung entkoppelte Sexualität am Ende auch damit enden wird, das Schwangerschaften künftig von Maschinen übernommen werden. Auch dafür ist die Grundlagenforschung ja schon gemacht: Lämmchen aus dem Plastikbeutel

Am Ende steht zu befürchten das solche Fragen nur wir konservativen Bedenkenträger stellen. Und auf die hört man ja ohnehin nicht mehr, die stehen dem kapitalistischen Fortschritt nur im Wege.


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