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Donald Trump kann so verdammt sexy sein

von am 24. Juni 2017

Du bist noch auf der Suche nach dem perfekten Outfit für den Badesee oder Strandurlaub? Wie jedes Jahr willst du wieder im Bikini gehen, Badeanzüge sind dir zu langweilig? Stopp!! Mit diesem Badeanzug sind dir alle Blicke sicher – egal ob Mann, Frau oder was auch immer. Schließe dich dem Trend 2017 an: Trage Donald Trump!

Nein, Donald Trump ist nicht so dein Typ? Für die neurechte Pegida-Frau gibt es natürlich auch Wladimir Putin. Und wer lieber Hillary Clinton möchte, kein Problem.

via Schlecky Silberstein

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Politik

CNN berichtet aus Nordkorea – oder ist das doch Donald Trump?

von am 13. Juni 2017

Das eine Regierung die Öffentlichkeit einlädt an einer Kabinettssitzung teilzuhaben ist zuerst natürlich etwas löbliches. So etwas nenne ich Offenheit und wir sind uns wohl einig, dass es das in absehbarer Zeit in Deutschland wohl nicht geben wird.

Was da allerdings im Weißen Haus  vor sich ging, hat dann doch eher wieder den Spott der Welt verdient. Schließlich heißt der aktuelle Präsident noch immer Donald Trump und was dort an Ministern vertreten war, dürfte wohl getrost als exquisite Runde von Speichelleckern betitelt werden.

Nicht wenige fühlten sich in der anschließenden Berichterstattung ob der Lobhudelei auf Donald Trump, Politik fand weniger statt, an nordkoreanische Verhältnisse erinnert. Wo man auch als Minister vor die Kanone gespannt wird, wenn man nicht mehr tief genug im Hintern des geliebten Führers drinnen ist.

Bedenklich ist das aber wohl auch, weil sich niemand in dieser Runde daran stören wird und den Trump-Fans die Parallelen zu den Diktaturen dieser Welt nicht auffallen dürfte. Dabei gehört es zum Grundwissen guter Führung, keine Ja-Sager und Speichellecker um sich zu versammeln, sondern ehrliche Ratgeber. Doch die haben diese Legislaturperiode in den USA wohl eher einen schweren Stand.

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Politik

Das Trumpeltier: Am Ende brauchen wir Europa doch!

von am 29. Mai 2017

Donald Trump ist für mich ganz persönlich ja so etwas wie der Beweis, dass man auf meine politischen Vorhersagen nicht besonders bauen kann. Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen, als ich einer Freundin beim Essen bei einem ausgezeichneten Italiener versicherte, Donald Trump würde nicht mal Kandidat der Republikaner werden. Tja, man kann sich auch irren.

Als der Wahlkampf schon im Gang war, veröffentlichte die Huffington Post einen Artikel von mir, in dem ich den Wahlsieg von Trump schon für wahrscheinlicher hielt. Dort allerdings hatte ich auch schon eine weitere politische Aussage von mir zumindest relativiert: Nämlich den erklärten Tod der europäischen Idee.

Heute hingegen erscheint uns Europa schon als eine Art letzte Hoffnung! Und es sind nicht einmal die letzten Wahlen in Belgien oder Frankreich, die Hoffnung für Europa machen. Was ich viel bezeichnender finde ist die aktuelle Debatte innerhalb des Front National, wo ein immer größerer Anteil begriffen hat, dass man mit Schlagworten wie Frexit keine Mehrheiten holen kann. Europa, und das ist die wirkliche Erkenntnis der letzten Wochen, ist bei der Bevölkerung weit beliebter, als Politiker aller Seiten bisher dachten.

Europa vs. USA – alea iacta est

Wenn selbst Angela Merkel, die Mutter der durchdachten und bedachten Äußerungen, inzwischen die USA nicht mehr als verlässlichen und natürlichen Verbündeten bezeichnet, sind die Würfel eigentlich längst gefallen. Die Situation ist inzwischen so offensichtlich, dass auch der größte US-Fan den Ruf nach einem starken Europa nicht mehr als plumpen Antiamerikanismus verleumden kann. Denn was Donald Trump einleitet ist ja nicht bloß eine Abkehr vom Freihandel, da hätte er ja sogar hohe Teile der europäischen Bevölkerung an seiner Seite, sondern eine Abkehr von den westlichen Werten an sich. Wäre nicht Kanada, man könnte inzwischen meinen der Westen endet an der Küste Portugals.

Eine gewisse Kluft zwischen Kontinentaleuropa und der anglo-amerikanischen Sichtweise gab es zwar schon immer. Diese basierte nicht unwesentlich darauf das sich die prägenden Philosophen, auf denen Europa sein Weltbild gebaut hat, diametral von ihren anglo-amerikanischen Kollegen unterscheiden. Man denke nur an die Unvereinbarkeit kantscher Philosophie mit dem Utilitarismus. Diese kleine Kluft erscheint heute aber immer mehr ein fundamentaler Riss zu sein, sie ist inzwischen so tief, dass wir uns zurecht fragen können, ob Europa und die USA noch zum gleichen Kulturkreis gehören, oder ob uns – bei aller Amerikanisierung – der American Way of Life nicht ähnlich weit weg erscheinen sollte, wie etwa die chinesische Kultur.

Das mag schon länger so gewesen sein, doch auch nach Ende des Kalten Krieges konnte man in Europa getrost von einer Nachkriegskultur sprechen. Und auch wenn die Beziehungen ihre Höhen und Tiefen hatten, die Verlässlichkeit als Partner und Verbündete war ein Fels in der Brandung. Aber schon der letzte Irakkrieg hat gezeigt, dass Amerika blinden Gehorsam nur noch von Briten und Osteuropäern erwarten kann – zumindest solange es letzteren militärischen Schutz gegen Russland anbietet. Das sich die USA unter Barack Obama kontinuierlich an der Pazifikregion orientierte, war da nur ein Beschleuniger im Abwärtstrend europäisch-amerikanischer Beziehungen.

Die neue US-Politik ist aber in erster Linie eine dringende Handlungsaufforderung an Deutschland und Frankreich als wichtigste Nationen Europas endlich wieder Seite an Seite zu stehen und den in den letzten Jahrzehnten regelrecht abgesoffenen deutsch-französischen Motor wieder in Gang zu bringen. Auch wenn an Emmanuel Macron nicht alles Gold ist, was glänzt, haben die Franzosen schon damit begonnen ihren Teil dazu beizutragen. Der Preis den Deutschland zahlen muss, wird freilich eher bis nach den Bundestagswahlen warten müssen, mit einer Änderung der Finanzpolitik kann man – so vernünftig diese auch wäre – wohl die Wahl nicht (sicher) gewinnen. Aber am Ende ist für Europa eines tatsächlich alternativlos, nur wenn Deutschland und Frankreich gemeinsam voranschreiten, kann es vorangehen. Zögert auch nur einer von beiden, dann ist der Stillstand vorprogrammiert.

Genau das kann Europa – und die Welt – gerade aber am wenigsten gebrauchen, denn mit dem Wegfall der alten Nachkriegsordnung und der Haltung der USA, fehlt – so viel Pathos muss sein – der freien Welt im Augenblick tatsächlich der Anführer. Und diese Lücke kann nur und muss von Europa gefüllt werden.

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