Fails

Fail #6: Sportbekleidung nur beim Profi kaufen

von am 1. Juni 2017

Das Sportler hautenge Kleidung tragen soll bekanntlich ja nicht mehr Erotik in die Sportübertragungen bringen, sondern den letzten Luftwiderstand beseitigen und dadurch noch ein paar Millisekunden mehr rausschlagen. Doch manchmal ist die Kleidung dann doch ein bisschen zu eng:

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Sport

Mehmet Scholl, Deutschlands letzter Fußballexperte

von am 7. Juli 2016

Man kann der AfD nicht vorwerfen, dass sie es nicht versuchen würde. Aber während einer EM oder WM herrscht in Deutschland eben nicht mehr Demokratie, sondern wir sind eine Monarchie geworden. König Fußball regiert. Und aus 80 Millionen Migrationsexperten sind endlich wieder 80 Millionen Bundestrainer geworden.

Das sind aber auch harte Zeiten, besonders für zwei kleine Gruppen in der Bevölkerung. Da wären zum einen die Fußballverweigerer, die sich auch von einem internationalen Großereignis nicht mit Begeisterung infizieren lassen und einfach ihre Ruhe haben wollen. In den Wochen einer Europameisterschaft ist das natürlich ein verlorenes Unterfangen, denn Fußball beherrscht nicht nur die Medien, nein, auch den Rest des Jahres völlig unverdächtige Menschen generieren sich jetzt als Fußballexperten und nirgends gibt es auch nur den Ansatz eines anderen Themas. Und da wären wir schon bei der zweiten leidenden Gruppe, die Fußballexperten. Also jene, die wirklich etwas von diesem Sport verstehen und die mit Leidenschaft dabei sein, ob jetzt EM ist oder nicht. Diese Gruppe hat es nicht minderschwer, muss sie sich doch unzählige Male am Tag auf die Zunge beißen, will sie nicht langjährige Freundschaften mit jenen „neuen“ Fußballexperten zerstören, die ihr neu erworbenes Wissen über Taktik und das Spiel an sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit herausposaunen.

Fußballexperte ist nicht gleich Fußballexperte

Es gibt allerdings bei jedem Turnier Spiele, da scheiden sich Experten und Pseudo-Experten recht deutlich. Das Viertelfinale Deutschland-Italien war so ein Spiel, bei dem nach einem Herzschlag-Elfmeterschießen am Ende die Mannschaft – so der offizielle, patriotisch unverdächtige Name der ehemaligen deutschen Nationalmannschaft – den Sieg davon trug. Verdient, kann man getrost behaupten, einziges Problem, die Italiener hätten es wahrscheinlich genauso verdient.

Bei den 80 Millionen Bundestrainern ging eine solche Differenzierung natürlich unter, wer sie dennoch getroffen hat, bekam mächtig eins auf die Mütze. Mehmet Scholl hat das in der ARD getan, spätestens seit diesem Abend sind seine Beliebtheitswerte gehörig in den Keller gesackt. Dabei hat es Scholl als Einzelkämpfer ohnehin schwer, steht er als Experte doch mit Matthias Opdenhövel doch einem Moderator zur Seite, der nach wie vor keine erkennbare Qualifikation für diesen Job nachgewiesen hat. Macht aber auch nichts, Mehmet Scholl hat genug Fußballwissen für beide. Und er hat die große Klappe und vor allem das Standvermögen damit auch dann herauszurücken, wenn es unbequem ist – wenn es eigentlich keiner mehr hören will. Das wiederum ist eine Qualifikation, die im deutschen Sportjournalismus etwa so selten ist wie ein Liebhaber von Speck mit Bohnen in einer Veganer-WG.

Zweifellos versteht auch sein ZDF-Pendant Oliver Kahn eine Menge vom Fußball, aber eben nur, weil er jahrelang diesen Job gemacht hat. Mehmet Scholl aber hat das Spiel begriffen, er versteht nicht nur was auf dem Platz passiert, er weiß auch warum. Es ist ein wenig so wie der Bauarbeiter, der ein Haus baut, auf der einen Seite, und der Architekt, der es konstruieren kann. Beide sind nicht schlecht, aber sie unterscheiden sich eben dennoch grundlegend.

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