Film & Fernsehen | Geekstuff

Trailer: The Orville – Star Trek meets Comedy

von am 16. Mai 2017

Eigentlich bin ich was Science Fiction angeht kein großer Comedyfan, daran konnte nicht einmal Mel Brooks Spaceballs viel ändern. Galaxy Quest mit Tim Allen dagegen war in gewisser Weise eine kleine Ausnahme, und was der US-Sender Fox da mit The Orville im Angebot hat, sieht auch sehr nach Galaxy Quest aus:

Und ganz ehrlich, es sieht sogar richtig gut aus – nicht nur weil Agents of Shield-Star Adrianne Palicki mit von der Partie ist.

via the verge

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Literatur & Comics | Philosophie

Science Fiction, die philosophischste Literaturgattung

von am 14. Mai 2017

oder: Dunkle Materie von Carolyn Ives Gilmann

Bekanntlich ist es mit dem fließenden Übergang von E- zu U-Literatur gerade in Deutschland noch immer nicht weit her. Fanatisch, bis zum letzten Buchstaben kämpfend wehren sich die Anhänger der E-Literatur auch nur im gleichen Atemzug genannt zu werden, mit dem, was sie nicht mal mit Handschuhen anfassen würden und was in ihre heiligen Bücherschränke aus Elfenbein nicht mal mit Hilfe von Todesdrohungen gelangen würde. Der Verlust liegt auf ihrer Seite! (Ebenso übrigens, wie der Verlust auf Seiten jener liegt, die Klassiker für elendlangweilige alte Bücherschinken halten, und glauben, es würde gegen die UN Menschenrechts Konvention verstoßen im Deutschunterricht gezwungen zu werden Effie Briest oder Den Zauberlehrling zu lesen.)

Zu der von den Anhängern der E-Literatur vielleicht am geringschätzigsten behandelten Gattung gehört wahrscheinlich die Science Fiction-Literatur, dabei liefert gerade sie mitunter die philosophischsten Betrachtungen der Gegenwart. Denn im Gegensatz zu ihren in der Zukunft liegenden Handlungen, ist es gerade Science Fiction, der die dringlichsten Probleme der Gegenwart aufgreift (in dem er sie weiter denkt). Der geniale Philip K. Dick ist mit seinen teils nur in Groschenheften erschienen Geschichten ein Paradebeispiel für diese Sorte Autoren.

Ob die gelernte Historikerin Carolyn Ives Gilman einst den Rang eines Philip K. Dick erreichen wird, lassen wir mal dahingestellt, aber mit ihrem Roman Dunkle Materie hat sie ein Buch vorgelegt, das sich gewissermaßen vor philosophischen Gedanken nicht mehr retten kann. Da wäre natürlich die dem Genre naheliegende Frage, welchen Einfluss die Entdecker einer neuen Zivilisation auf eben diese unberührte Gemeinschaft nehmen darf. Die dazu erlassenen Regeln sind, ob schon die Gesellschaft nicht von Regierungen, sondern wenigen Konzernen gelenkt wird, erstaunlich streng. Denn auch wenn man weiß, dass schon der geringste Kontakt große Auswirkungen haben kann, geht man doch nach dem Motto vor so wenig wie möglich Einfluss auf „die anderen“ zu nehmen. Im Gegenteil, man will die fremde Zivilisation gerade deshalb so unberührt lassen, weil man von ihr lernen will. Und wer lernt schließlich von einer fremden Zivilisation, der er durch seinen Einfluss praktisch nach dem eigenen Bilde gebildet hat?

Weit interessanter ist aber die Frage inwiefern das Sehen unserer Welt diese Welt beeinflusst, die sich stellt, als die beiden Protagonistinnen der Geschichte auf eine Zivilisation treffen, die über Generationen hinweg in der Dunkelheit gelebt hat und so ihren Sehsinn verlor. Die Bewohner von Torobe haben dagegen gelernt auf andere Art zu sehen, sie fühlen, hören und riechen, so bewegen sie sich in vollkommener Dunkelheit fort, ohne sehen zu müssen. Für einen sehenden Menschen ist das Überleben dort ähnlich schwer, wie für ein junges Mädchen, das auf das Raumschiff der Fremden gerät und sich plötzlich in einer Welt voller „Kisten“ wiederfindet, als die sie unsere mit Wänden versehene Welt erfährt. (Während in der Dunkelheit, die sich zudem vor dem Wetter geschützt in einem großen Höhlensystem befindet, naturgemäß eher unpraktisch sind, besteht doch die ständige Gefahr gegen sie zu laufen.)

Immerhin gehen wir seit Platons Höhlengleichnis davon aus, dass die Dinge auch grundlegend anders sein können, als das Bild, das wir uns mit unseren Augen von ihnen machen. Und auch die Wissenschaft hat inzwischen festgestellt, dass unser Gehirn vorwiegend damit beschäftigt ist der Reizüberflutung Herr zu werden und so viel davon auszusortieren, dass wir das was wir am Ende sehen auch begreifen können – halbwegs begreifen, möchte man hinzufügen. Kurzum, wir machen uns tatsächlich unser eigenes Bild von der Welt. Aber weder muss dieses Bild tatsächlich der Wahrheit entsprechen, noch können wir wirklich sicher sein, ob es mit jenem Bild übereinstimmt, das die Person neben uns im selben Augenblick wahrnimmt.  Und wie „wahr“ kann unser Bild selbst von einem Baum sein, wenn wir doch eigentlich wissen, dass selbst die Farbe eines Blattes eigentlich erst in unserem Hirn entsteht und manch Tiere das selbe Blatt vollkommen anders wahrnimmt?

Unter uns, wahrscheinlich ist es für den Alltag gar nicht so schlecht, dass wir uns dieser Umstände nicht in jeder Minute bewusst sind. Man würde ja ganz verrückt werden, wenn man in den blauen Himmel hinaufsieht und sich fragt, wie er wohl in Wirklichkeit aussieht. Wahrscheinlich genauso verrückt, wie wenn unser Gehirn dankenswerterweise nicht hauptsächlich damit beschäftigt wäre uns die reale Welt zu vereinfachen.

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Film & Fernsehen

Trailer: Der olle Ford, ’n überflüssiger Comicfilm & etwas Vielversprechendes

von am 8. Mai 2017

Wer erinnert sich nicht mit Alpträumen an den vierten Teil von Indiana Jones, man hätte sich gewünscht Harrison Ford mit einem Kristallschädel etwas auf den Schädel zu geben. Beim neuen Star Wars war man schon wieder etwas besänftigt, bei der Neuauflage von Blade Runner könnte man fast wieder ein Fan werden:

Wonder Woman ist eine der heiß erwarteten Comicverfilmungen dieses Jahr. Aber ehrlich, selbst wenn ich nicht der Marvelfraktion angehören würde, dieser Film scheint mir nicht empfehlenswert. Sicher, tolle Bilder, viel Action aber die Story ist schnulzig-heldischer als Superman und scheint ganz allgemein dünn bis dämlich zu sein:

Und weil man nicht mit einem schlechten Film enden soll, hier noch der Trailer zu The Limehouse Golem. Mit dem großartigen Bill Nighy in der Hauptrolle. Das wird leider kein Blockbuster, verspricht aber ein richtig guter Film zu werden:

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Schöne neue Welt

Die Zukunft: Der Hoffbot und arbeitslose Autoren

von am 27. April 2017

Stellen wir uns vor jemand füttert eine künstliche Intelligenz mit Science Fiction Storys und lässt sie im Anschluss selbst ein Drehbuch schreiben. Was kommt dabei heraus? Richtig, von Arbeitslosigkeit bedrohte Autoren:

Nach einigen (medienwirksamen) Tiefs ist David Hasselhoff ja so etwas wie ein Comeback gelungen. Vielleicht nicht mehr als Hauptcharakter einer TV-Serie oder in einem Blockbuster, aber als Kultfigur und Schauspieler für die etwas andere Rolle.

So zum Beispiel auch in It’s No Game, einem Kurzfilm der nicht nur von einer künstlichen Intelligenz handelt, die Autoren überflüssig macht, sondern wie gesagt eben auch von einer eben solchen erdacht wurde. Erdacht und umgesetzt wurde die Idee zu einem solchen Kurzfilm gemeinsam von Filmregisseur Oscar Sharp und der Forscher Ross Goodwin, herausgekommen ist eine jener Zukunftsvisionen, die die Zuschauer deshalb so bedrücken, weil es nicht um Aliens im Jahr 2801 geht, sondern die Handlung so morgen stattfinden könnte.

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Literatur & Comics

Dark Side – Ein kapitalistischer Androide läuft Amok

von am 9. April 2017

Was kann sich der Mensch nicht alles vorstellen, was sich auf der dunklen Seite des Mondes befindet. Sogar Weltraumstationen der Nazis sollen angeblich dort ihr Versteck gefunden haben. Dabei ist die dunkle Seite des Mondes nicht mal dunkel, sondern hat genauso Tag und Nacht wie auf der Erde. Die Eigenrotation von Erde und Mond hat sich nur im Laufe der Zeit so gut angepasst, dass uns der Mond immer die gleiche Seite zuwendet. Die dunkle Seite ist also nicht dunkel, wir konnten sie bloß bis zur Erfindung der Raumfahrt nicht sehen.

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Gemeinfrei, Link

Natürlich verführt allein der Begriff „die dunkle Seite“ dennoch zu einigen Geschichten, wie auch in Anthony O’Neill’s Dark Side. Dort erbaut der zwielichtige Milliardär Fletcher Brass seine eigene kleine Stadt auf: Purgatory – Fegefeuer Und lockt mit dem Versprechen kein Auslieferungsabkommen zu haben – und mit stillschweigender Duldung der Erdregierungen – so manch ebenso zwielichtige Gestalt in sein Fegefeuer. Da aber jede große Ansiedlung nur existieren kann, wenn die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten wird. Gibt es selbst dort eine Polizei, schließlich will man zum Beispiel die Zahl ermordeter Touristen in Grenzen halten. Ist Purgatory doch auch eine Art Las Vegas, nur mit weit weniger Regeln. Und da kommt Damien Justus ins Spiel. Ein Polizist aus eben jenem Las Vegas, auf der Flucht, aber eher vor Verbrechern, als das er selbst eines begangen hätte.  Auf dem Mond will er sich ein neues Leben aufbauen, muss aber schnell merken das es zwar Leute gibt, die an einem besseren Purgatory arbeiten wollen, die Stadt auf der dunklen Seite des Mondes in erster Linie aber noch immer ist, was sie verspricht: ein korrupter Sündenpfuhl

Und während Justus versucht den Mord an einem der engsten Mitarbeiter von Fletcher Brass aufzuklären, macht sich ein Androide auf dem Weg nach Purgatory. Eine gepflegte Erscheinung, die durch den Mondstaub wandert und einen blutigen Roadmovie hinter sich lässt. Denn wer ihm auf dem Weg nach Oz, für das er Purgatory hält, nicht helfen will, wird kurzerhand abgeschaltet. Ob es sich jetzt um einen auf den Mond verbannten Massenmörder handelt, oder eine religiöse Sekte. Der Androide kennt viele Regeln, aber „du sollst nicht töten“ ist nicht darunter – ganz im Gegenteil.

Anthony O’Neill legt ein gut recherchiertes Buch über das Leben auf dem Mond vor, konzentriert sich jedoch bei aller Erklärung vor allem auf seine Charaktere. Ohne dabei zu langweilen oder die Spannung zu strecken widmet er selbst den kurz auftretenden Nebencharakteren viel Aufmerksamkeit. Man könnte fast vermuten, je ausführlicher er jemanden vorstellt, desto sicherer wird der Androide diese Figur umbringen.

Die Story hat ein oder zwei Schwächen, wenn Justus etwa ohne wirkliche Begründung schon zu Anfang auf die Rolle der Androiden aufmerksam wird und ihnen eine durch Handlung eigentlich nicht gerechtfertigte Aufmerksamkeit schenkt. Und natürlich ist das Ende an sich recht vorhersehbar, selbst die kleine als Überraschung erdachte Wende am Schluss kann nicht wirklich überraschen.

Letztlich ist Dark Side aber ein rasant und spannend geschriebenes Stück Science Fiction, das wie jeder gute Vertreter seiner Art im Zentrum eine Frage stellt, die für unsere Gegenwart mehr als bedeutend ist: Was passiert, wenn wir den Kapitalismus schalten und walten lassen wie er will. In der Zukunft werden mordende Roboter deshalb über den Mond streifen.

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