[Kurzfilm:] Schule oder Arbeiten dürfen doch nicht alles sein!

Wir stehen morgens auf, machen unsere Kinder fertig zur Schule, weil sie schließlich ja auch mal so eine gute Arbeit wie wir haben sollen, damit sie ihrerseits ihre Kinder irgendwann fertig zur Schule machen können, damit diese dann eine gute Arbeit bekommen, um später ihre eigenen Kinder … Ich schätze, wir wissen worauf das hinausläuft. Auf ein ziemlich farbloses Leben, gegen das etwas getan werden muss:

Der Kurzfilm Alike stammt von den beiden Spaniern Daniel Martínez Lara und Rafa Cano Méndez und wurde komplett mit dem Open Source-Tool Blender erstellt. Ein kleiner, aber schöner Film, der zeigt das auch ein scheinbar fester Kreislauf durchbrochen werden kann und man sich selbst in der grauesten aller Welten, und machen wir uns nichts vor, das ist unsere Welt, man eine kleine bunte Insel schaffen kann und sollte.

via Klonblog

Die Zeit des Niedergangs hat längst begonnen

Wir leben in einer Zeit des Niedergangs. Ja, der geneigte Leser wird jetzt wahrscheinlich die Augen nach oben rollen und murmeln, der Matterne und sein Pessimismus. Aber mit dieser Einschätzung habe ich alles andere als das Gefühl allein auf weiter Flur zu stehen.

Keine Sorge, ich fange jetzt nicht an vom Untergang unserer Zivilisation zu sprechen, oder gar von der bevorstehenden Apokalypse. Und selbst wenn, der Untergang einer Zivilisation war bekanntlich – zumindest bis heute – nie auch identisch mit dem Untergang der Menschheit an sich.

Aber was geht denn dann unter?

Gute Frage, vielleicht die Welt, wie wir sie kannten. Die Welt in der der Kapitalismus zumindest noch soweit funktioniert hat, dass er seine negativen Seiten verdecken konnte. Die Welt, in der das Gleichgewicht des Schreckens zwar als Wahnsinn galt, aber die Welt dennoch im Gleichgewicht hielt. Die Welt, in der sich Europa für kurze Zeit von einem ökonomischen Staatenbund zu einem Ideal entwickelte. Heute ist sie quasi zum Ausgangspunkt zurückgekehrt, nur das Lobbisten anstelle von Wirtschaftspolitikern getreten sind. Die Welt, in der wir ungefragt mehrheitlich die Demokratie für die beste aller Staatsformen hielten. Die Welt, in der man nicht sagen musste, dass Leistung sich lohnen muss, weil Leistung sich gelohnt hat. Heute sagt man das zwar ständig, aber allein ein Blick auf seinen Bescheid mit der künftigen Rente belegt das Gegenteil.

Kurzum, die gute alte Zeit ist dahin.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man die Vergangenheit immer ein wenig verklärt. Aber ist das auch diesmal der Fall. Die gute alte Zeit der Generationen vor uns mochte auch ihre Reize haben, aber sie war auch voller Kriege, sozialer Ungerechtigkeit und Unterdrückung. In den zurückliegenden 50 oder 60 Jahren gab es aber mehr oder weniger einen stabilen Aufstieg, während wir jetzt vor einer Zeit der Rückschritte zu stehen scheinen. Das ist durchaus ungewöhnlich, denn wenn man mal von Rückschlägen aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen usw. absieht, dann ging es mit der Menschheit vor allem eines, aufwärts!

Solche Gedanken sind natürlich eher regional geprägt. Was untergeht, könnte man pauschal als „der Westen“ bezeichnen. Angeführt von den Amerikanern haben wir am Ende über den gegnerischen Block triumphiert und wie alle Sieger die Besiegten unterworfen. Doch unser System funktioniert nicht mehr. Wachstum ist endlich, das ist keine linke These, sondern eine faktische Tatsache. Aber ohne Wachstum ist unser System dem Untergang geweiht. Der große Moloch verlangt immer mehr, doch langsam gibt es immer weniger. Und jetzt? Die USA hat in den letzten 50 Jahren alles an moralischem Kapital gründlich verspielt, würde sie jetzt den Anspruch auf moralische Führung erheben, es wäre ein Treppenwitz der Geschichte. Das Lachen bleibt einem natürlich schnell im Halse stecken, denn auch Europa hat es nicht geschafft eine moralische Führungsposition zu behaupten. Bestenfalls einzelne Länder, aber die sind a) zu klein, um alleine das Ruder herum zu reißen und werden b) deshalb folglich vom Sog erfasst und mit in den Abgrund gezogen.

Extremisten und Radikale sind die ersten Anzeichen des Niedergangs

Wenn eine Gesellschaft untergeht, spürt sie das lange, bevor es jemand laut auszusprechen wagt. Wenn die offiziellen Lautsprecher einer Gesellschaft noch bei ihrem „weiter so“, „wir müssen uns nur mehr anstrengen“ verharren, haben sich an den Rändern der Gesellschaft längst die radikalen Ränder in Position gebracht, um die Verunsicherten der Gesellschaft aufzusagen. Es ist der bizarre Versuch der Ratten das Schiff zu übernehmen, bevor sie es zuerst verlassen, sobald es unweigerlich zu sinken beginnt.

In der Mehrheit sind es augenblicklich die rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Gruppen, die wachsen. Wir sollten uns nicht der Hoffnung hingeben, dass es sich dabei um Protestwähler handelt, die beim nächsten Mal schon ihre Stimme wieder bei den Etablierten machen werden – weil Protestparteien ja angeblich aus Protest kein Programm haben. Ich halte das für eine gefährliche Fehleinschätzung. Das sind keine Protestwähler, das sind Menschen, die sich übergangen, überrollt fühlen. Leute die die rationale Ebene längst verlassen haben, denn Angst vertreibt Rationalität. Die kapitalistische Revolution hat ihre Kinder gefressen und überaschenderweise weniger linke Spinner, als rechte Idioten ausgekotzt.

Zweifel und Angst prägen den Niedergang

Das dominierende Gefühl heute ist der Zweifel am System und die Angst vor dem eigenen Niedergang, wenn man nicht gerade zu den oberen Zehntausenden gehört oder von ihnen finanziert wird. Wir haben keine Idee mehr, kein Ideal, nichts dem wir folgen können, an dem wir uns orientieren können. Das Ideal der Freiheit ist pervertiert worden zu einem Persilschein des ökonomischen Gewinns auf Kosten anderer. Zu einer Diktatur des Individuums, in dem jeder seine eigene Religion, sein eigenes Geschlecht und seine eigene Verantwortung für sich selbst haben muss. Wenn jeder für sich selbst verantwortlich ist, ist das doch auch geregelt, oder? Das die radikale Individualisierung am Ende aber nicht mehr Freiheit bringt, scheint zwar längst offensichtlich, aber auch hier scheint statt eines Auswegs die Parole zu gelten: „Jetzt nehmen wir nochmal richtig Anlauf – und dann gegen die Wand.“

Deshalb leben wir in einer Gesellschaft, die durch individualisiert wurde. Doch statt das jetzt jeder munter und individuell neben dem anderen dahin lebt, was ohne Zweifel an sich schon schlimm wäre, stellt sich heraus das weite Teile der Gesellschaft entweder nicht willens oder auch gar nicht in der Lage sind für sich selbst ein derartiges Maß der Verantwortung zu übernehmen. Was ihnen die Gesellschaft an Orientierung versagt, suchen sie sich jetzt bei Extremisten. Seien es die Rechten, oder je nach kulturellem Hintergrund auch Salafismus oder IS.

Was bleibt ist die düstere Vermutung, dass wir in einer Zeit leben, die Historiker später als Zeit der Untergangs einer Kultur betrachten werden, um Platz für die nächste zu schaffen. Nichts hält ewig, das mag sein, tröstlich ist so ein Gedanke aber wohl für die wenigsten.

„Die Abstiegsgesellschaft“ von Oliver Nachtwey

Leben wird wirklich in einer Abstiegsgesellschaft? Manch einer mag für seine Ablehnung dieser These zwar nicht zu leugnende Krise zugeben, aber darauf verweisen, dass die Einkommen am Ende auf einem hohen Niveau sind und trotz Krise die Weltwirtschaft ja steige, wenn auch krisenbedingt nicht so stark wie früher. Doch entpuppt sich das am Ende des Tages nicht als bloße Statistik? Wer einer Putzfrau oder einem Hilfskoch etwas vom Durchschnittslohn erzählt, bekommt entweder Stilaugen oder Aggressionen zu sehen – aufgrund seiner Unverschämtheit, hätte er letzteres übrigens weit mehr verdient. Die Krise des Sozialstaates, dessen Hochzeit Oliver Nachtwey in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft – Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne“ als „soziale Moderne“ beschreibt, ist am Ende – Vorsicht! Ironie! – auch die Krise des Kapitalismus. Ähnlich wie der Marxismus, der überspitzt gesagt ja auch darauf basierte, dass der Kapitalismus das Geld erst mal ranschafft, das später verteilt werden soll, war auch die soziale Moderne auf einen funktionierenden Kapitalismus angewiesen.

Die Abstiegsgesellschaft

Buchkritik: “Die Abstiegsgesellschaft” von Oliver Nachtwey

Es gehört zu den wenigen theoretischen Versprechungen die der Kapitalismus zumindest in der westlichen Welt tatsächlich eingelöst hat, dass zwar die Reichen immer reicher werden, aber eben auch die Armen ihren eigenen Status immer verbessern können. Aus dem Arbeiter, der sich noch um die vorletzte Jahrhundertwende kaum das Dach über dem Kopf leisten konnte, ist jemand geworden, der in der Regel einmal im Jahr nach Mallorca in Urlaub fliegen kann. Doch mit diesem Versprechen ist inzwischen Schluss, die Reichen werden zwar immer noch reicher, aber ganz unten hat sich längst ein neues Prekariat gebildet, das in unwürdigen und schlecht bezahlten Jobs in der ewigen Angst herumvegetiert, diese auch noch zu verlieren. Und dazwischen ist eine Mittelschicht, die in ständiger Angst lebt die soziale Aufstiegsleiter nach unten nehmen zu müssen. Auch wenn, wie Nachtwey durchaus treffend feststellt, diese Abstiegsgefahr eher theoretisch existiert. Aber vielleicht macht es diese dadurch entstandene diffuse Angst ja noch schlimmer, und erklärt, warum die Mittelschicht, ob abstiegsbedroht oder nicht, lieber nach unten tritt, als Solidarität zu beweisen.

Abstiegsgesellschaft frisst Solidarität auf

Überhaupt scheint es mit der Solidarität des Bürgertums nicht mehr weit her zu sein. Während man selbst dem Leistungsprinzip, auch wenn das Versprechen mit Bildung voranzukommen längst widerlegt ist. Man nimmt seinen Kindern weiter mit außerschulischen Aktivitäten so gut wie alle Chancen auf eine Kindheit, nur um ihnen Kultur und Bildung mitzugeben, die ihnen ehe nichts nützt, weil die Plätze oben längst an andere vergeben wurden. Und das ist eine der interessanten Fragen, die Nachtwey bestenfalls anreißt? Was ist eigentlich aus den früheren Aufsteigern geworden? Wie sieht es mit der Solidarität derjenigen aus, die es – wie man so schön sagt – geschafft haben? Man möchte die Antwort lieber nicht hören, höchstwahrscheinlich war die Assimilation so perfekt, dass die Aufsteiger von gestern, wenig Sympathien für die nächste Generation der Klasse haben, der sie selbst entstammten.

Interessanterweise, und ich muss gestehen, dass mir das erst durch dieses Buch klar wurde, waren es ja auch die mit Rot-Grün an die Macht gekommenen Alt-68er, die mit der Agenda 2010 dem Sozialstaat früher Prägung den Todesstoß verschafften. Es waren Sozis und Grüne, die unter dem Deckmantel des nicht unberechtigten Mottos „Fordern & Fördern“ mit Empfängern von ALG II eine ganze Bevölkerungsschicht schufen, die zwar nominell noch deutsche Staatsbürger waren, aber nicht mehr mit allen Rechten ausgestattet waren. Vielleicht das offensichtlichste Zeichen einer Schwäche der modernen Demokratie, die zwar jedem Bürger die gleichen Rechte zubilligt, es dem Bürger aber wenig nutzt, wenn er keinen Job hat, das falsche Geschlecht, einen Migrationshintergrund oder dummerweise in der falschen Ecke der Stadt wohnt. Auch das war übrigens früher immer so, was früher aber tatsächlich besser war, war wohl die Tatsache, dass auch jene Menschen positive Veränderungen erlebten. Während die Angst vor Veränderungen in diesem Land nicht typisch Deutsch ist, sondern eher daher rührt, dass eine Veränderung mit größer werdender Wahrscheinlichkeit eben negativ ist.

Und was kommt danach?

Wie man das alles ändern kann? Ich weiß es nicht. Auch Nachtwey gibt in seinem bei suhrkamp erschienen Buch darauf keine Antwort, sondern will explizit nur eine Analyse vorlegen. Dabei könnten wir eine Lösung dringend gebrauchen. Denn die treffendste Umschreibung des heutigen Zustandes ist es ja, dass wir eine Elterngeneration haben, die erstmals mit ansehen muss, das ihre Kinder einen schlechteren Lebensstandard haben, als sie selbst. In vielen Fällen funktioniert der familiäre Zusammenhalt noch, indem so mancher, der sich von Befristung zu Befristung hangelt, sein schlechtes Gehalt durch Hilfe der Familie aufgebessert wird. Aber wem wird die heutige Generation helfen können, wenn sie selbst nur mit Mühe und viel Geld für die private Vorsorge der Altersarmut entkommt. Leben wir am Ende nicht längst in einem umgekehrten Generationenvertrag, in dem die Alten die Jungen noch mit durchfüttern – gerade auch in manchen europäischen Ländern, in denen sich die Jungen keine eigene Wohnung leisten können und deshalb noch bei ihren Eltern leben. Doch entgegen dem Generationenvertrag, den sich Adenauer & Co. einst ausdachten, wird dieser nur eine Generation funktionieren. Und dann? Ja, was dann?

Kim Kardashian, die Verkörperung des liberalen Traums

Wir leben in düsteren Zeiten, in denen jeder ein Star sein möchte. Doch eine Frau überstrahlt alle anderen: Kim Kardashian

Es gehört zum kleinen Einmaleins des modernen Kulturpessimisten auf die scheinbar noch immer nicht abzuebbende Flut von Reality- und Castingshows hinzuweisen, die – obwohl ihr Grundversprechen vom Ruhm längst an allen Ecken und Enden widerlegt scheint – zum einen immer noch Massen an Zuschauern vor den Bildschirm locken und nach wie vor aus einem Meer an Kandidaten schöpfen können. Inzwischen haben selbst Kandidaten, die bei jedem Versuch abgelehnt werden ihre Chance es in den Rang eines C-Promis zu schaffen und damit ein Ticket für Dschungelcamp zu lösen. Sind sie jetzt alle Opfer eines falschen Versprechens der Fernsehsender geworden, oder gilt vielmehr Andy Warhol’s These von den 15 Minuten Ruhm, die jedem einmal zustehen – anschließende Auftritte in Provinzdiscos und Dorffesten nicht mitgerechnet.

Auf der anderen Seite ist die nicht enden wollende Flut all jener (zumindest in der Regel) jungen Möchtegernstars auch ein Fingerzeig auf einen Amok laufenden Individualismus, der Werte wie Zurückhaltung und Bescheidenheit, durch einen virulent um sich greifenden Narzissmus und grenzenloser Selbstüberschätzung ersetzt hat. Mag die Tragik vieler Castingshows darin bestehen, dass dort der ein oder andere Diamant verbrannt wird, so besticht die Masse doch überwiegend mit einem einzigen Talent: Talentlosigkeit! Ich kann nichts, aber das kann ich richtig gut rüberbringen.

Ein Produkt ohne USP, aber mit viel Erfolg

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Jenseits der Castingshows, im Reich der Realityshows (die freilich wenig mit der Realität an sich zu tun haben), hat sich eine gewisse Kim Kardashian die Krone des Genres erobert. Auch Kim Kardashian kann im Grunde nichts, sie hat nicht einmal – wie ihre Ex-BFF Paris Hilton – einen großen Namen. Sie mag nicht hässlich sein, aber fürs Modelgeschäft war sie nicht geeignet. Sie ist keine Schauspielerin, sie tanzt nicht und sie verschont die Öffentlichkeit dankenswerterweise mit Versuchen sich als Sängerin zu profilieren. Und dennoch sehen Millionen ihre Realityshows, inzwischen sind es nämlich schon mehrere geworden, und nicht weniger Menschen verfolgen jede ihrer Duftmarken in den Sozialen Medien. Und ja, es gibt sie auch als App bei iTunes. Aber dennoch ist sie eine erfolgreiche Unternehmerin, sie vermarktet sich selbst! Und obwohl niemand so recht den USP des Produktes erkennen kann, ist es ein verdammt erfolgreiches Produkt.

Es mag manch Liberalen in seinem Dünkel über den White Trash nicht gefallen, aber Kim Kardashian ist zu dem geworden, was Liberalismus/Kapitalismus als den perfekten Menschen bezeichnen. Sie ist ein Ein-Frau-Unternehmen, das auf dem freien Markt der Aufmerksamkeitsökonomie seine Geschäfte betreibt.

Und dort hat sie sich zum Ziel gesetzt Omnipräsenz zu zeigen. Kein Medium ist vor ihr sicher, selbst den gegen ihren Willen veröffentlichten Heimporno gab es bereits. Über solche Dinge ist Kim Kardashian heute allerdings hinweg, dafür hat sie unlängst ihr erstes großes Buch herausgebracht. Es heißt Selfish und kommt passenderweise ohne Nennung ihres Namens auf dem Umschlag aus, dafür aber ein für Ihre Verhältnisse typisches Selfie.

How many pics does it take to get the perfect selfie? – Kim Kardashian

So kommt dann auch das Buch selbst ohne viel Text aus. Das Gros der darin versammelten Selfies hat ein, vielleicht zwei erklärende Sätze. Dafür sind es aber durchaus wichtige Sätze, nicht weil sie poetisch oder tiefgründig wären, sondern weil Kim Kardashian darin – bewusst, oder unbewusst – vielleicht den tiefsten Einblick in ihr Ich gibt. Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, sind doch auch die ein oder anderen nackten Tatsachen – im Mittelteil, auf schwarzem Hintergrund – in dem Buch versammelt.

Dennoch fällt es dem neutralen Betrachter erstaunlich schwer dieses kleine, aber dicke Büchlein bis zum Ende durchzublättern. Spätestens nach 40 oder 50 Seiten hat man sich sprichwörtlich satt gesehen an der Alltäglichkeit des Lebens einer jungen Frau, die nichts darstellt, aber dank des elterlichen Reichtums genug Startkapital hat, daraus ein erträgliches Geschäft zu machen. Man muss gar nicht bis zu den nackten Brüsten vorblättern, um den Eindruck zu bekommen alles gesehen zu haben, was es von Kim Kardashian zu sehen gibt.

Kim Kardashian, Vorbild der Jugend

Und dennoch dürfte uns diese Frau noch einige Zeit erhalten bleiben. Längst ist sie zu einer Ikone des Zeitgeistes geworden. Ein Vorbild für die Jugend, auch wenn uns das durchaus zu Recht ein wenig Angst macht. Mädchen möchten so sein wie sie. Jungen zumindest einmal ihren Hintern betatschen – jenem Körperteil, dem in den Anfängen ihres Ruhmes die größte Aufmerksamkeit galt.

Oder sind wir am Ende des Tages vielleicht nur neidisch? Sind wir schlicht nur Eifersüchtig auf Ihren Erfolg? Auf eine Frau, die aus Nichts ein kleines Imperium aufgebaut hat? Wenn man bedenkt wie viele Alchemisten daran gescheitert sind aus Blei Gold zu machen, kann man sich auch dieser Frage nicht verweigern. Vielleicht sollte man ihr also einfach den Erfolg gönnen. Kim Kardashian hat das Spiel nicht erfunden, sie beherrscht es nur mit einer traumhaften Sicherheit.