Film & Fernsehen

Trailer: Der olle Ford, ’n überflüssiger Comicfilm & etwas Vielversprechendes

von am 8. Mai 2017

Wer erinnert sich nicht mit Alpträumen an den vierten Teil von Indiana Jones, man hätte sich gewünscht Harrison Ford mit einem Kristallschädel etwas auf den Schädel zu geben. Beim neuen Star Wars war man schon wieder etwas besänftigt, bei der Neuauflage von Blade Runner könnte man fast wieder ein Fan werden:

Wonder Woman ist eine der heiß erwarteten Comicverfilmungen dieses Jahr. Aber ehrlich, selbst wenn ich nicht der Marvelfraktion angehören würde, dieser Film scheint mir nicht empfehlenswert. Sicher, tolle Bilder, viel Action aber die Story ist schnulzig-heldischer als Superman und scheint ganz allgemein dünn bis dämlich zu sein:

Und weil man nicht mit einem schlechten Film enden soll, hier noch der Trailer zu The Limehouse Golem. Mit dem großartigen Bill Nighy in der Hauptrolle. Das wird leider kein Blockbuster, verspricht aber ein richtig guter Film zu werden:

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Film & Fernsehen

Serienkritik: Scream Queens – Staffel 1

von am 30. April 2017

Was passiert, wenn man Glee und American Horror Story in einer einzigen Serie zusammenpackt? Richtig, man bekommt Scream Queens, wen wundert das, schließlich waren Macher aus den beiden Serien dabei die Serie zu kreieren.

Aber was ist eigentlich eine Scream Queen? Nun, wie zu fast allem was irgendwie irgendwer mal irgendwo getan, gesagt oder gemacht hat, gibt es auch dazu einen Wikipedia-Artikel. Standesgemäß wird dort natürlich auch Jamie Lee Curtis erwähnt, die man wohl getrost als die Mutter aller Scream Queens bezeichnen kann. Seit ihrem ersten Auftritt in Halloween schien ihr die Rolle anzukleben, was Fluch und Segen sein kann. Jamie Lee Curtis scheint damit aber inzwischen ihren Frieden gemacht zu haben, und dafür kann der Zuschauer durchaus dankbar sein. Immerhin ist es der Altstar, der in einer Serie besonders glänzen kann, in der die Produzenten alles aufgefahren haben, was das amerikanische Fernsehen und Kino an sexy jungen Schauspielerinnen zu bieten hat. Und auch wenn natürlich auch Curtis nicht darum herumkommt in einer Serie die schon Scream Queens heißt so richtig zu schreien, ist es vor allem das minimalistische Minenspiel, das geradezu sensationell überzeugen kann.

Wie bei der ähnlich klingenden Filmreihe Scream – Was macht eigentlich Neve Campbell? – ist auch die Serie eine Mischung aus Horror und Comedy, wobei der Schwerpunkt auf letzteren Punkt basiert. Was vielleicht auch notwendig ist, um über mehrere Ungereimtheiten hinwegzutäuschen. Wahrscheinlich wäre es ein ebenso gutes Trinkspiel die Ungereimtheiten zu zählen, wie die Leichen. Als die Produzenten vor Beginn der Serie versprachen mindestens eine Person pro Folge über die Klinge springen zu lassen, haben sie schließlich auch Wort gehalten.

Man sollte Scream Queens also vor allem als ein Serienspaß sehen, also abgesehen von den diversen Todesarten. Und in diesem Sinne ist die Serie auch durchaus sehenswert. Emma Roberts, die auch in einer Staffel von American Horror Story eine nicht unähnliche Rolle spielte, spielt auch hier die Bitch so überzeugend, das man manchen so manchen Klatsch durchaus glauben schenken mag. Die überraschendste Besetzung ist vielleicht Abigail Breslin, die als Kinderstar im Independent-Hit Little Miss Sunshine bekannt wurde und seit dem auch eher mit ähnlichen Rollen von sich reden machte. Auch optisch sticht Abigail Breslin mit ihren weiblichen Formen deutlich heraus, hat man um sie herum doch eher die übliche gertenschlanke Schauspielerinnenriege gecastet. Was am Ende zu der Merkwürdigkeit führt, dass die vielleicht beste Schauspielerin aus der jungen Riege gelegentlich wie ein Fremdkörper wirkt.

Aber sei’s drum, wer Scream Queens als gute Unterhaltung ansieht, der kann sich mit der TV-Serie gut amüsieren. Was die meisten Zuschauer wohl auch getan haben, die 2. Staffel in den USA schon ausgestrahlt.

 

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Film & Fernsehen | Geekstuff

The Bunnyman Massacre – Wenn der Osterhase Amok läuft

von am 11. April 2017

Wer gedacht hätte nur der dicke Typ mit dem weißen Bart im roten Bademantel hätte eine blutrünstige düstere Seite, der hat sich getäuscht. Auch der Osterhase scheint ein großer Fan von Leatherface zu sein. Ich meine auch, wer will es ihm schon verübeln. Da bringst du den Leuten Ostereier – und was machen die aus dir. Hasenbraten. Kein Wunder das der Osterhase irgendwann die Kettensäge rausholt.

The Bunnyman Massacre (USA 2014)
Regie: Carl Lindbergh
Darsteller: David Scott, Joshua Lang, Julianne Dowler

Handlung: Der Horror um Joe und Bunnyman in einer ländlichen Geisterstadt geht in die nächste Runde. Bunnymans Blutdurst kennt keine Grenzen, denn er schlachtet wahllos alles, was seinen Weg kreuzt. Während sein Partner Joe ihn noch ermutigt, schließlich muss er Fleisch in seinem Laden verkaufen. Eine gegenseitig vorteilhafte Beziehung könnte man meinen, doch sie bekommt Risse. Als die Körper stapeln, ist Joe gezwungen, die Körper zu entsorgen, mit allen notwendigen Mitteln. Zusätzlich zu Joes Körperentsorgungsproblem wird der örtliche Sheriff wegen des Verschwindens einiger Abgeordneten auf die Sache aufmerksam. Bei dessen Untersuchung stößt er immer wieder auf zwei Schwestern, die sich weigern, in den Händen von Joe und Bunnyman zu sterben.

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Film & Fernsehen

Filmkritik: Der Kult – Die Toten kommen wieder (USA 2016)

von am 15. Februar 2017

Es war mal wieder Zeit für einen guten alten Schocker. „Der Kult“ versprach das und hat es auch gehalten.

Manchmal, oder sagen wir lieber, ziemlich oft kommt irgendein Idiot bei einem deutschen Filmverleih auf die Idee den Titel eines Streifens a) falsch einzudeutschen und b) auch gleich noch den Inhalt in einem Nachsatz heraus zu posaunen. Der Kult – Die Toten kommen wieder ist dafür sicher so etwas wie ein typischer Fall, wobei man zu b natürlich anmerken könnte, dass die wiederkommenden Toten doch ein recht offensichtlicher Bestandteil der Handlung sind.

Auf der anderen Seite kann ich natürlich auch nicht leugnen, dass die weibliche Besetzung ein weiterer Anreiz war. Schließlich kann bei einem Film mit Jessica Alba ganz sicher davon ausgehen, dass sich der Streifen allein deshalb schon lohnt. Und auch in dieser Hinsicht enttäuscht Der Kult den (männlichen) Zuschauer nicht.

Der strenge Kritiker mag freilich anmerken, dass die Geschichte eines Sektenselbstmordes dem Genre keine sensationell neuen Elemente hinzufügt, und auch sicher das ein oder andere Klischee befriedigt. Das mag schon sein, aber Regisseur Phil Joanou macht das handwerklich sehr gut. Die Atmosphäre stimmt, das Licht, der Ton, die Schockeffekte wirken zum großen Teil recht gut. Kurz um, Joanou fügt aus dem dem Genre zur Verfügung stehenden Mitteln ein gutes Gesamtbild zusammen.

Das der Film am Ende gelungen ist, liegt aber sicher auch an seiner Personalwahl. Glaubt man den Informationen der IMDb, war für ihn Lilly Rabe die erste und einzige Wahl für die Rolle der einzigen Überlebenden, die nach 25 Jahren zurück an den Ort des Massenselbstmordes kommt. Eine großartige Wahl, ist Lilly Rabe doch eine der vielleicht am meisten unterschätzten Schauspielerinnen. Den meisten dürfte sie durch ihre unterschiedlichen Rollen in einzelnen Staffeln der US-Serie American Horror Story bekannt sein. Dort beweist sie in ihren unterschiedlichen Rollen eine erstaunliche Vielfalt, und wer sie auf die Opferrolle des hilflosen unschuldigen Mädchens festlegen möchte, wird sicherlich auch in Der Kult enttäuscht werden.

Trivia: Der von Thomas Jane gespielte Sektenführer Jim Jacobs hat nicht nur den gleichen Vornamen und die Initialen wie Jim Jones, der für den Massensuizid von 900 Menschen verantwortlich war, man lies ihn allein durch die Sonnenbrille recht ähnlich aussehen.

Auch wenn der Film am Ende die ein oder andere überraschende Wendung parat hält, ist er am Ende leider auch ein wenig vorhersehbar. Finten zu legen versteht die Story nur bedingt. Der Spannung tut das nur bedingt Abbruch, dafür ist die im wesentlichen auf zwei Tage – bzw. eher Nächte – komprimierte Story zu rasant. Wie gesagt, am Ende hat Phil Joanou einen ziemlich guten Film zusammengefügt.

Fazit: Ein solider und unterhaltender Horrorstreifen. Manchmal etwas vorhersehbar, aber immer mit einem Schockeffekt zur richtigen Zeit.

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