Die Filmtrailerüberdosis zum Super Bowl 50

Wer sagt denn, dass alte Männer nicht noch was reißen können. Als ältester Quarterback aller Zeiten hat Peyton Maning in der Nacht auf den heutigen Montag die Denver Broncos zum Super Bowl geführt. Und vom deutschen TV-Publikum unbemerkt gab es in den Werbepausen des Sportereignisses natürlich wieder die traditionellen Super Bowl Werbespots. Seit einiger Zeit dürfen da auch die Trailer jener Filme nicht fehlen, die mehr als Blockbusterpotential haben.

Den Anfang machen ein paar Sekunden aus dem Dschungelbuch. Nicht viel, aber genug um weiter zu bestätigen, dass die Animatoren der Tiere offenbar großartige Arbeit geleistet haben:

Der Vollständigkeit halber – und falls es DC Comic Fans unter meinen Lesern gibt – natürlich auch die beiden Werbespots von Turkish Airlines, die jetzt auch nach Metropolis und Gotham City fliegen. Passend zum neuen Film Batman vs. Superman:

Unsereiner wartet natürlich wesentlich sehnsüchtiger auf Captain America: Civil War aus dem Hause Marvel. Auch wenn die Entscheidung zwischen dem Team Cap und dem Team um Iron Man sehr, sehr schwer sein dürfte. Wer kann sich schon zwischen Captain America und Black Widow entscheiden – Cap wer?

Und noch einmal Marvel, diesmal mit ein paar Szenen aus X-Men: Apocalypse:

Zum Abschluss gibt es noch den Trailer zu Gods of Egypt mit Gerard Butler, Geoffrey Rush und Game of Thrones-Star Nikolaj Coster-Waldau. Der Film ist bisher unter meinem Radar gelaufen, scheint aber zumindest optisch verdammt viel herzumachen. Gehört sich ja so, wenn sich Götter im alten Ägypten so richtig kloppen:

Filmkritik: Avengers – Age of Ultron

Sehnsüchtig von mir erwartet, habe ich mir endlich Avengers: Age of Ultron angesehen. Und ich gebe zu ich war ein wenig überrascht, nicht wirklich enttäuscht worden zu sein. Aber entgegen aller Befürchtungen ist der neue Avengersfilm ein gelungenes Spektakel geworden. Eine mit reichlich Action geladene Comicverfilmung, wie sie sein sollte.

Natürlich geht alles ein bisschen zu schnell, auch wenn der Film knapp die zwei Stunden überschreitet. Nicht nur die Story ist gepresst, sondern auch die Charaktere selbst. Neue Figuren, wie zum Beispiel Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), kommen da deutlich zu kurz und auch die Weiterentwicklung, etwa wenn sich Black Window und Bruce Banner aka. Hulk näher kommen, werden mehr oder weniger ruppig in Szene gesetzt. Dennoch führt das ganze nicht zu einem befürchteten Heldenoverkill und obwohl Age of Ultron durchaus als ein klassischer Mittelfilm gelten kann, hat Joss Whedon dankbarer Weise darauf verzichtet ihn selbst noch einmal in zwei Teile zu spalten. Freilich erkennt der Fan natürlich trotzdem, dass hier schon einige Fortsetzungen angekündigt sind. Thanos, der in den Tod verliebte Titan klopft schon an die Türen der Kinokassen.

Bei all der Geschwindigkeit kommt natürlich auch ein wenig die Moral des Films zu kurz, nämlich die Erschaffung eines neuen Erzfeindes mehr oder weniger durch die Helden selbst. Ultron, Produkt der Suche nach Schutz und Frieden durch Fortschritt, will seiner Aufgabe am Ende gerecht werden, ohne Rücksicht auf seine Schöpfer nehmen zu müssen. Frieden, so erkennt er mit der Kaltblütigkeit und erbarmungslosen Logik einer Maschine, kann es auf Erden nur geben, wenn die Menschheit ausgelöscht ist und durch eine neue Rasse von Robotern ersetzt wurde. Das der neu eingeführte Vision, ebenfalls eine künstliche Schöpfung, ihn am Ende aufhält und auf seinen Fehler aufmerksam macht, können wir getrost der Tatsache zuschreiben, dass auch amerikanische Comicautoren nicht aus ihrer Haut können. Der Moral hätte es besser getan, wenn Captain America diesen letzten Sieg errungen hätte, eine Figur, die auch in der Comicwelt trotz des pathetischen Namens, weniger für stumpfen Patriotismus steht, sondern eher für jenes Amerika, wie es eigentlich sein sollte.

Aber sei’s drum, schließlich ist Age of Ultron natürlich in erster Linie Unterhaltung. Und dieses Ziel erreicht der Streifen geradezu ohne Probleme.

Bewertung: vier