Just another Doctor Who Video

Neulich sitze ich mit meinen neuen Kollegen beim Mittagessen zusammen … und die kennen den Doctor nicht. Wie kann sowas denn sein? Na ja, zugegeben, es ist etwas ruhiger um Doctor Who geworden, seit Steven Moffat und die BBC die traurige Nachricht bestätigt haben, dass 2016 ein Jahr ohne eine neue Staffel von Doctor Who werden wird. Peter Capaldi wird wohl erst im Frühjahr 2017 wieder zum Einsatz kommen. Und wer dann an seiner Seite Jenna Louise Coleman ersetzen wird, auch hier brodelt die Gerüchteküche noch auf Sparflamme. Aber wir wollen nicht klagen, so eine doctorlose Zeit lässt sich ja auch für einige Rückblicke gut nutzen. Da wäre zum Beispiel folgendes kleines Video, das alle Regenerationen des Doctors zeigt:

Den zugehörigen YouTube-Kanal kann man durchaus auch empfehlen, die Macher haben dort noch mehrere recht gelungene Videos dieser Art online gestellt.

Ein paar News gibt es natürlich trotzdem, denn so wie es aussieht, wird die 10. Staffel der neuen Rechnung, auch die letzte mit Moffat als Kopf sein. Chris Chibnall soll dann übernehmen, was durchaus vielversprechend klingt, nicht nur weil Moffat den ein oder anderen für Fans nur schwer schluckbaren Plot fabriziert hat. Chibnall zeigt sich unter anderem für Broadchurch verantwortlich, Eine der besten britischen Krimiserien dieses Jahrzehnts, wenn ich das so sagen darf. (Staffel 2 wird übrigens gerade vom ZDF am Sonntag im Nachtprogramm versendet.)

Wir basteln uns eine Tardis zu Weihnachten

Ganz ehrlich, im Basteln war ich schon als Kind nie besonders gut. Hätte es zu meiner Zeit schon Sendungen wie Art Attack oder Finger Tipps gegeben, ich wäre aus meinen Minderwertigkeitskomplexen nie wieder rausgekommen. Und wie man sieht, ein Bastelgenie bin ich inzwischen auch nicht geworden. aber heh, was solls, immerhin habe ich jetzt meine eigene weihnachtlich geschmückte Tardis auf dem Schreibtisch:

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PS: Zum Nachbasteln gibt es den Bastelbogen der BBC hier zum herunterladen.

Warum sind deutsche TV-Serien eigentlich so Kacke?

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Podiumsdiskussion in der Würzburger Posthalle

Gestern gab es in der Würzburger Posthalle eine interessante Diskussion unter dem Titel “Wann kommt endlich das deutsche Breaking Bad?”. Um die Antwort vorweg zu nehmen, hoffentlich gar nicht. Was aber einzig und allein damit zu tun hat, dass einfache Kopieren von US-Serien bekanntlich auch keine Lösung ist. Mit Grauen erinnere ich mich noch an den Flop von RTL, die vor Jahrzehnten deutsche Versionen von Wer ist hier der Boss? und Eine schrecklich nette Familie ernsthaft für eine gute Idee hielten.

Die Frage, warum das deutsche Serienangebot so schlecht ist, lässt sich oft mit erstaunlich einfachen Umständen beantworten. Da wäre zum Beispiel das Budget, das am Ende dafür sorgt, das unbezahlte Praktikanten über Jahre hinaus die angesungenen Helden deutscher TV-Produktionen wurden. Ein Punkt auf den besonders die Schauspielerin Kristin Meyer hinwies, die auch auf den interessanten und vielsagenden Fakt hinwies, dass man als Schauspieler in einer Vorabendserie des Öffentlich-Rechtlichen mal 25% weniger gezahlt bekommst.

Innovationen sind nicht gewollt, und wenn doch, werden sie weggespart

Als nächsten Punkt müsste man natürlich auch die Einfaltslosigkeit deutsche Fernsehverantwortlichen generell ins Feld führen. Nur vereinzelt gibt es Vorzeigprojekte, aber was sonst auch nur den Ruch von Innovation und Kreativität hat, wird in die digitalen Ableger wie ZDF neo verbannt. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist abhängig von der Quote, der Traum – übrigens auch meiner – die GEZ-Finanzierung würde den Quotendruck senken, scheint nie wirklich real gewesen zu sein. Und wer nur nach Quote sendet, sendet eben nichts außer Krimis und Rosamunde Pilcher. Er hat aber auch das Problem, das die Leute irgendwann keine Krimis mehr sehen wollen und schon der Name Rosamunde Pilcher Würgereflexe hervorrufen kann. Und wenn das der Fall ist, ja, dann steht man blöd da.

Das eine deutsche TV-Serie in der Regel auch nur auf den deutschen Markt abzielt macht ihren Verkauf ins Ausland natürlich nicht gerade wahrscheinlich, während US-Serien diesen Markt fest in ihre Einnahmenkalkulation mit einfließen lassen können. Die zunehmende Weltherrschaft der amerikanischen Popkultur macht es dabei nicht einmal notwendig internationale Aspekte in Handlungen einzubauen. Was für den amerikanischen Markt gut ist, wird auch der deutsche, italienische oder australische Zuschauer nicht schlecht finden.

Quote ist bei den US-Serien erstaunlich oft zweitrangig

Auf der anderen Seite ist das aber nicht der wirkliche Grund, der das Phänomen erklärt, dass so gut wie jeder Tatort bessere Quoten hat, als die meisten so hochgelobten US-Serien wie etwa Mad Men & Co. Das dahinter steckende Phänomen ist durchaus interessant und einer der wenigen Fällen, in denen marktwirtschaftliches Denken tatsächlich zu einem qualitativ besseren Ergebnis führt. Das Gros der gerade so gehypten TV Serien von der anderen Seite des Teichs, läuft dort nicht bei PBC, dem notorisch vor der Pleite sehenden öffentlichen Sender in den USA, oder bei den großen Sendern wie ABC oder NBC, die Regulierungen unterworfen sind, was etwa das F-Wort oder sexuelle Darstellungen betrifft, sondern in den davon befreiten Abokabelsendern und neuerdings eben auch bei Streamingangeboten wie Netflix. Und da man seine Abos auch verkaufen möchte, setzen die Entscheider dort eben auch mal auf Qualität statt Quote. Oder einfacher ausgedrückt, man will Zuschauer anlocken, die gebildet und damit – so zumindest die Theorie – auch mehr Geld zur Verfügung haben. Das gilt auch für Angebote wie Netflix, dass um die Quoten seiner bis zum Erbrechen gelobten Aushängeschilder wie House of Cards ein großes Geheimnis machen will, da diese Gerüchten nach nicht gerade der absolute Hammer sind. Eine Absetzung brauchen die Fans der Serie aber aus zuvor genannten Gründen auch nicht zu befürchten.

Auf der anderen Seite gibt es im deutschen Markt neben der immer gleichen Soße, in der meistens auch immer wieder die gleichen Schauspieler baden gehen, durchaus auch das ein oder andere Prestigeprojekt. Allerdings findet man solche Leuchttürme nicht mehr bei den Öffentlich-Rechtlichen, die zumindest vor einigen Jahren mit TV-Serien wie Die Manns oder Der große Bellheim Hochkaräter in Form von Mini-Serien ins Feld schickten. Dieser Tag macht RTL Schlagzeilen, die mit Deutschland 83 eine Serie auf den US-Markt bringen konnten – bei uns startet die Serie ab dem 26. November. Oder auch der kleine Spartenbezahlsender TNT, der mit Weinberg ein allseits gelobtes Mysterieformat platziert. Auch hier ist man, ganz nach dem US-Modell befreit vom Quotendruck, die werden erst im 2. Halbjahr 2016 eine Rolle spielen, wenn VOX die Serie im Free-TV bringt.

Warum läuft also soviel Mist im deutschen Fernsehen? Wahrscheinlich weil die Öffentlich-Rechtlichen es nicht mehr können, weil sich die Privaten Prestigeprojekte nur bedingt leisten können (oder wollen) und im Pay-TV das US-Modell erst im Wachsen ist. Vielleicht aber auch, und dieser Punkt kaum zum Beispiel auch in der Podiumsdiskussion nicht zur Sprache, weil der deutsche Markt das auch gar nicht hergibt. Die Masse ist mit den zu uns kommenden US-Serien zufrieden und auch wenn eine kleine Gruppe eingefleischter Fans Serien wie Weinberg begeistert beklatscht, auch nicht wenige von ihnen mit House of Cards, Mad Men oder Breaking Bad zufrieden zustellen sind.

PS: Das all das auch anders möglich ist, zeigt übrigens nicht der Blick über den großen Teich, sondern über den Kanal. Die öffentlich-rechtliche BBC scheint die Sache nämlich weit besser hinzukriegen, als ARD & ZDF zusammen.