Intellektuelles Weichei

geekig | preussisch | pessimistisch - gegr. 2005

Macht Social Media depressiv, aber mindestens unglücklich?

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Satire darf alles, aber nicht jeder darf Satire

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Ehe für alle(s und jeden ?)

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Warum kann uns Technik so verdammt gut verführen?

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Würzburg

Warum der Bürgerentscheid gestern eine Premiere war!

von am 3. Juli 2017

Sensation in Würzburg! Na ja, zumindest, Sensation für mich! Kaum zu glauben, aber wahr. Seit rund 20 Jahren habe ich jetzt das Wahlrecht und gestern hat meine Stimme zum ersten Mal – ZUM ERSTEN MAL – eine Partei oder Sache bekommen, die am Ende gewonnen hat. Sage nochmal einer Demokratie sei was für Loser. 

Na ja, so toll ist Demokratie dann auch nicht, denn am Ende hat nur das geringere Übel meine Stimme bekommen. Aber in einer funktionierenden Demokratie gewinnt ja oft das geringere Übel – wenn man nicht gerade in den USA lebt.

Worum ging’s denn überhaupt? In Würzburg wir ein Parkplatz frei und prompt hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die da unbedingt einen Dschungel pflanzen möchte. Für’s städtische Klima, aber immerhin ohne fleischfressende Tiere. Um die Sache ein bisschen spannend zu machen, hat der Stadtrat einen Gegenvorschlag gemacht. Ein Haus, ein oder zwei Bäumchen davor und eine Tiefgarage drunter. Voll infrastrukturell halt.

Ganz ehrlich, ich würde weder das eine, noch das andere machen, sondern den Platz für mehr bezahlbaren Wohnraum verwenden. Aber so ein eigenes Bürgerbegehren in Gang bringen, so engagiert bin ich dann doch nicht.

Wie auch immer, am Ende habe ich mich vorwiegend gegen die Tiefgarage entschieden. Und ja, es ist mir egal, dass jetzt die üblichen Verdächtigen wieder aufheulen und was von untergehendem Einzelhandel und Zukunftsfeindlichkeit erzählen. Und ja, auch meine Kollegen, die samt aus dem Landkreis kommen und über weniger Parkplatzmöglichkeiten verständlicherweise verärgert sind, sind mir da weniger wichtig. Und was die Zukunftsfeindlichkeit angeht, ich habe gerade gegen die Tiefgarage gestimmt, weil es mir um die Zukunft geht. Wir befinden uns gerade in einer für gesellschaftlich-kulturelle Verhältnisse geradezu rasanten Übergangsphase. Umso unverständlicher, warum gerade jene die eine überkommene Infrastruktur verteidigen jetzt behaupten in Würzburg hätte wiedermal die Fortschrittsfeindlichkeit gesiegt.

Autos, in erster Linie das eigene Auto, sind auf dem absteigendem Ast. Das heutige Konzept eines Automobils ist die Kutsche der Zukunft, bald ein echter Hingucker auf der Straße, weil man es so selten außerhalb eines Museums zu sehen bekommt. Sicher, in der jetzigen Übergangsphase, in der der öffentliche Nahverkehr kaum moderner ist als der Privatverkehr und man zwar in jeder Stadt, auch in Würzburg, Carsharing betreibt, aber eben noch nicht an jeder Ecke, ist der Weg noch etwas holprig. Aber nicht derjenige gewinnt die Zukunft, der am Überkommenen festhält, sondern derjenige, der den ersten Schritt wagt. Und die Mär zu Grabe zu tragen, dass eine Stadt nur dann blühen kann, wenn genug Parkplätze vorhanden sind, ist dieser erste Schritt.

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Kultur

Costa Concordia – Besuch auf einem Wrack

von am 2. Juli 2017

Wenn man nicht gerade James Cameron ist und mal eben so schnell runter zur Titanic tauchen kann, ist es für Otto-Normalverbraucher recht schwer einem versunkenen Schiff einen Besuch abzustatten. Etwas leichter ist es da vielleicht bei der Costa Concordia, jenem italienischen Kreuzfahrtschiff das 2012 vor der Insel Giglio Leck schlug und zumindest teilweise versank.

Inzwischen wurde das Schiff gehoben und in einen Hafen geschleppt, wo es jetzt auf seine Verschrottung wartet. Frei zugänglich ist die Costa Concordia zwar aus Sicherheitsgründen nach wie vor nicht, aber für Fotograf und Dokumentarfilmer J. D. Kielkowski wurde eine Ausnahme gemacht. Seinen Besuch auf dem Wrack filmte er:

PS: Keine Sorge, das Youtube-Video ist keine 6 Stunden lang …

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Film & Fernsehen

Trailer: Polaroid – Wenn Fotos töten!

von am 30. Juni 2017

Der Film basiert auf einem Kurzfilm von Lars Klevberg. Die Einzelgänger Bird Fitz (Kathryn Prescott) hat keine Ahnung, welche dunklen Geheimnisse an die Polaroid-Kamera gebunden sind, die sie auf einem Speicher findet. Aber wie es in Horrorfilmen so ist, es braucht nicht lange und sie muss herausfinden, dass jeder der sich fotografieren lässt ein äußerst tragisches Ende findet.

Scheint dem Trailer nach ein ganz ordentlicher Film zu werden, ganz ohne Staraufgebot, sieht man mal von dem aus Akte X bekannten Mitch Pileggi ab. Ob er es in die deutschen Kinos schafft ist allerdings fraglich, man wird hierzulande wohl auf den Stream oder die DVD warten müssen.

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Featured | Philosophie | Politik

Ehe für alle(s und jeden ?)

von am 29. Juni 2017

Es gibt so ein paar Themen, bei denen man als Katholik eigentlich gar keine Lust mehr hat zu diskutieren. Hauptsächlich weil man weiß, man liegt nicht auf dieser linkenregenbogenallesistoksolangeesallewollen-Linie liegt. Die Ehe für alle ist so ein Thema.

 

Denn auch wenn im Verlauf der letzten Tage angenehm viele sachlich und fundierte Kommentare dazu erschienen sind, warum die Ehe für alle eben doch so keine gute Idee ist und es nebenbei arge Bedenken bezüglich des Grundgesetzes gibt, wer würde ernsthaft daran zweifeln, dass alle für die Ehe für alle sind. Na ja, jenseits der Umfragen ist die traurigen Wahrheit allerdings eher, der überwältigenden Mehrheit ist es schlicht und einfach wurscht. Aber für gewisse Gruppen ist es ein Herzensthema, aufgesogen mit Ideologie und jenseits des verhandelbaren.

Ohne Not und ohne Anlass sprang Angela Merkel auf den Zug auf, als sie die Ehe für alle zu einem Gewissensthema machte und den Fraktionszwang aufhob. Als ob es jetzt um Sterbenhilfe oder Klonen gehen würde, also Themen von großer ethischer und richtungsweisender Bedeutung. Politisch kaltherzig betrachtet ist die Ehe für alle auch nur eine Steuersenkung für Hoteliers. Hatte aber in den Plänen Merkels so eine enorme Sprengkraft, dass sie das Thema aus dem Wahlkampf heraushalten wollte. Und das zumindest ist ihr gelungen. Aus der Hüfte geschossen dürfte der Bundestag nun entsprechend entscheiden. Und moralisch aufgeladen wie die Sache nun mal ist, müsste das Gesetz schon vor Fehlern überquellen, damit je wieder jemand diese heiße Kartoffel anfassen wird. Kurzum, behaupte nochmal jemand Populismus könne nicht zu Gesetzen werden.

Warum überhaupt dagegen sein?

Ist Homosexualität etwas natürliches? Dazu gibt es zwei Ansichten. Die einen stehen auf dem Standpunkt, was natürlich ist, würde schließlich von der Gesellschaft definiert werden. Die anderen schauen in die Tierwelt. Beide kommen aber zum gleichen Schluss, ja, ist sie. Homosexualität ist heute gesellschaftlich akzeptiert. Schwule und Lesben dürfen ihre Sexualität ausleben, sind vor Diskriminierung geschützt und nach qualvoll langen Jahrzehnten werden sie wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht mehr verfolgt. Die Gesellschaft hat den Sprung nach vorn gemacht, spät, aber sie hat es getan. Und was die Tierwelt angeht, lange haben Wissenschaftler behauptete dort käme Homosexualität nicht vor. Was aber wohl eher an ihrer gesellschaftlichen Prägung lag, als an realen Verhaltensweisen einiger Tierarten. Homosexualität ist ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen!

Was aber ebenfalls natürlich und auch per Definition nicht überwunden werden kann, ja, nicht einmal mit aller Gentechnik und sonstigem Wissenschaftszauber, ist ein anderer Fakt: Zwei Männer, oder zwei Frauen können auf dieser Welt alles machen – nur keine Kinder. Das man etwa durch das Adoptionsrecht der Natur ins Handwerk pfuscht, darüber reden jene, die mit der natürlichen Homosexualität argumentieren lieber nicht so laut.

Rückzugsgefechte

Wenn wir Konservativen aber schon ehrlich sind, was Homosexualität angeht, müssen wir in dieser Diskussion auch ehrlich sein, wenn es um den Grund geht, warum wir sie führen. Es geht um die Ehe! Nun bin ich, was den Schutz von Ehe und Familie angeht, durchaus auch der Meinung man sollte solchen Unsinn wie Ehegattensplitting schnellstens in ein Familiensplitting umwandeln. Aber wie dem auch sei, Ehe und Familie sind die Keimzelle der Gesellschaft. Sie sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. Sie sind der letzte Verteidigungsposten gegen die Individualisierung des Menschen, an dessen Ende eine Ich AG steht. Da aber die Beziehung zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, so tief im Innersten des Menschen steckt, dass man sie auch mit noch so viel Propaganda nicht aufweichen kann, muss man eben einen anderen Weg gehen. Der Weg des anything goes … Wenn man die Familie, diesen letzten Anker des gegenseitigen Vertrauens und füreinander einstehen ohne jeglichen ökonomischen oder egoistischen Hintergedanken, nicht sprengen kann, muss man ihn eben aufweichen.

Braucht nämlich keiner zu glauben das man auf der linken Seite der Gesellschaft mit der Gleichstellung der eingetragenen Partnerschaft mit der Ehe aufhört. Versuche etwa das Inzestverbot ad acta zu legen gab es schließlich auch schon zu genüge. Und überhaupt, warum sollte man eine Ehe auf zwei Menschen beschränken? So eine Ehe ist doch auch hervorragend für die rechtliche Absicherung der gemeinsamen WG geeignet. Jeder mit jedem und jeder mit allen anderen.

Die Ehe aber, so wie sie sich die Väter und Mütter des Grundgesetzes niedergeschrieben haben, ist ein Bund zwischen Mann und Frau, darauf ausgelegt Vater und Mutter zu werden. Nun bekommen nicht alle heterosexuellen Paare Kinder, bei manchen klappt es nicht, andere entscheiden sich bewusst dagegen. Aber – und man traut sich ja gar nicht das noch zu sagen – der Nachwuchs steht bei den meisten noch immer ganz weit oben auf der Liste der gemeinsamen Lebensplanung. Wenn demnächst die Ehe für alle kommt, kann man diesen Fakt natürlich streichen. Wer keine Kinder bekommen kann, kann schließlich noch so lange planen.

Verhindert werden kann die Ehe für alle eh nicht

Und so wird sie denn kommen, die Ehe für alle. Das zu Grabe tragen der Institution Ehe ist schließlich nicht der erste Wert unserer Gesellschaft, der sich über Jahrhunderte, Quatsch, Jahrtausende hinweg bewährt hat, jetzt aber einfach nicht mehr in diesen verdammten Zeitgeist passen will. Diesem neuen Diktator, der im Namen der Freiheit alles rücksichtslos niederzuwalzen versteht, was den Mut und die Haltung hat sich ihm noch entgegenzustellen.

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Kultur

Shakira „El Dorado World Tour“ – Hier kannst du sie sehen!

von am 27. Juni 2017

Wer seit ihrem MTV unplugged Auftritt ein Fan von Shakira ist, hat mit der Kolumbianerin Höhen und Tiefen mitgemacht. Zumindest aus Sicht eines Fans. Zwischendurch war sie mir ehrlich gesagt auch zu kommerzialisiert und zu sehr auf Sex sells getrimmt. Dabei ist Shakira doch schon so eine der erotischsten Frauen, was mir sicher eine ganze Reihe von Männern bestätigen können, oder? Aber leider blieb hinter manchem Marketing eben das musikalische zurück.

Das kann man meiner Meinung nach zwar immer noch am Anfang ihrer Karriere am Besten erkennen, aber mit El Dorado hat sie wieder eine CD herausgebracht, die man sehr gut hören kann. Und live ist sie immer ein Ereignis.

Wer in Deutschland wohnt, hat insgesamt vier Möglichkeiten Shakira zu sehen, zwei bei uns, zwei in Nachbarländern:

  • 08.11.2017 – Köln
  • 11.11.2017 – Luxemburg
  • 30.11.2017 – München
  • 04.12.2017 – Zürich

Also ab noch ein paar Karten sichern!

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