CSU & FDP: Mieten zu hoch? Baut euch doch ein Haus!

Es gibt zwei Parteien im neuen Bundestag, bei denen ist mir nicht ganz klar, warum die überhaupt eine Stimme bekommen. Nein, ich meine nicht die AfD, die bekommt ja schließlich Stimmen, weil es eine dieser beiden Parteien gibt: CSU & FDP

Dieser Ausschnitt aus der BR-Sendung Quer fast anhand der Problematik steigender Mieten ziemlich gut zusammen, was bei den beiden Parteien schief läuft. Die einen, personifiziert durch Markus Söder sind derart erbärmliche Heuchler, dass man sie eigentlich schon für ihre Eiseskälte bewundern müssen, mit der sie sich in aller Öffentlichkeit so äußern können. Die anderen, vertreten durch die FDP, mögen sich jetzt zwar einen Posterboy unterworfen haben, sind aber letztlich der Beweis dafür, dass man sich Liberalismus offenbar leisten können muss.

Jetzt könnte man zwar meinen, ich würde die Schlappe von 38% für die CSU bei den Bundestagswahlen als gerechte Strafe sehen, Schadenfreude kommt dabei aber kaum auf, eher Angst. Zum einen sind 38% in der Bundesrepublik von heute noch immer ein sensationelles Ergebnis, zum anderen stehen im nächsten Jahr Landtagswahlen in Bayern auf. Und es wird ein Wahlkampf werden, der vor allem von einer Auseinandersetzung geprägt wird: Wer steht weiter rechts, die CSU oder die AfD? Das Rennen ist völlig offen.

Selbst als bürgerlicher Konservativer ist mir die CSU inzwischen hochgradig peinlich. Wenn man mich fragt, wo ich herkomme, dann aus Franken. Wenn man mich fragt, was mir verbunden ist, dann das preußische Erbe meiner Großeltern aus Breslau und Memel. Einem (Wahl-)Volk anzugehören, das mit schöner Regelmäßigkeit eine Partei, die schon lange nichts mehr christliches oder soziales in sich trägt, trägt, kann einem nur peinlich sein. Da wäre man ja schon lieber Sachse. In der AfD zeigen zumindest immer mehr Leute, welches Geistes Kind sie wirklich sind. Ein bekennender Anti-Demokrat ist wenigstens nicht so verlogen wie ein Markus Söder, der sich plötzlich als Menschenfreund zelebrieren will, weil er die Chance wittert den angeschlagenen Horst Seehofer zu stürzen. Horst „Wendehals“ Seehofer, der als Bundesgesundheitsminister keine Ahnung hatte, dass man sich impfen lassen muss und als hoher Vertreter der Moral mal außerehelich ein Kind zeugt. Seehofer ist längst so etwas wie der Til Eulenspiegel der Politik, nur nicht so komisch.

Und auf der anderen Seite die FDP. Die hat unter Christian Linder zwar als einzige Partei begriffen, dass wir uns im Jahr 2017 befinden, aber nur mit Mühe verbergen kann das sie eben doch nur die FDP sind. Linder mag noch so häufig von besseren Zuverdiensten für HARTZ IV-Empfängern reden, die Steuererleichterung für Besserverdiende ist immer noch oberste Priorität. Die Freien Demokraten vertreten jene Menschen, die in spätrömischer Dekadenz leben und behaupten das Prekariat würde es tun. Ab und zu erinnert man sich noch an den alten Burkhard Hirsch und verteufelt die Überwachung, die man selbst übrigens auch schon mal mitbeschlossen hat,  im Wesentlichen ist aber kein Unterschied zwischen Liberalismus und Kapitalismus erkennbar.

Das diese Punkte so offensichtlich sind, beide Parteien aber dennoch gut leben können, lässt einen etwas ratlos zurück. AfD-Wähler sind wenigstens wütend, FDP- und vor allem CSU-Wähler dagegen scheinen sich entweder mit Sekt oder Bier die letzten Reste ihres Verstandes weggesoffen haben.