Merkel & Seehofer einigen sich – Ein Tag der Schande!

Das Trauerspiel in Berlin neigt sich seinem Ende zu. Tage lang war die Republik im Würgegriff der CSU, jetzt folgt Business as usual.

Es ist zum AfD wählen! Nein, ich habe nicht plötzlich mein Herz für den rechten Rand entdeckt. Nein, ich halte die AfD plötzlich nicht mehr für gefährlich. Aber was an diesem Abend in Berlin geschehen ist, lässt sich nur mit einer Tat des Irrsinns beantworten. Wem bitte will man so etwas noch erklären können? Ich gebe zu, ich bin schlicht fassungslos.

Gebetsmühlenartig wiederholen Politiker der AfD und Linken, dass es sich dabei um ein abgekartetes Politikspektakel handelt, das der CSU in Bayern bei den Landtagswahlen ein paar Prozentpunkte mehr bringen soll – und dann das! Sorry, ja, es war natürlich kein inszeniertes Politikspektakel, aber ich weiß nicht, ob das nicht besser gewesen wäre. Hinter einer Inszenierung hätte zumindest ein rationaler, wenn auch gewagter Plan stecken können, aber die Wahrheit ist – wie allzu oft – schlicht noch schlimmer.

FJS wäre die heutige CSU schlicht peinlich

Wer jetzt etwa auf Twitter das Aufatmen, gar Jubeln von CDU- und CSU-Politikern mitliest, dem kommt unweigerlich der Gedanken, das Horst Seehofer offenbar in diesen Tagen nicht der Einzige ist, der jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Der 2. Juli 2018 wird als der Tag in die deutsche Geschichte eingehen, an dem die Demokratie in unserem Land an ihrem Tiefpunkt angekommen ist. Und da der 14. Oktober noch etwas hin ist, steht zu befürchten, das wir noch nicht am unteren Ende angekommen sind. Die Republik ist im Würgegriff bayerischer Provinzpolitiker, für die sich selbst ein rabiat auftretender Franz Josef Strauß nur noch schämen würde. 


Liebe Julia Glöckner, liebe Doro Bär, stellvertretend für all die anderen, ihr solltet nicht jubeln, ihr solltet euch schämen! In Grund und Boden. Und euch dann bei den Wählern dafür entschuldigen!


Und Angela Merkel? Sie ist eine berechnende Frau, Physikerin, am Ende zählt das Ergebnis. Aber kann ein Mensch wirklich so wenig Würde und Selbstachtung besitzen, dieses Spiel mitzumachen? Es ist erschreckend, und so jemand bestimmt – oder eben auch nicht – die deutsche Politik. Ach, gut das Helmut Schmidt das nicht mehr erleben musste. Wäre er im Kanzleramt, er hätte Horst Seehofer nicht einmal empfangen, sich eine Mentholzigarette angezündet und gefragt: „Loki, was habe ich getan, um mich mit so einem Würstchen überhaupt beschäftigen zu müssen.“

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Spätestens seit dem heutigen Tage dürfte sich niemand in Deutschland mehr ernsthaft fragen, warum die AfD von Wahl zu Wahl bessere Ergebnisse einfährt. Und ganz ehrlich, sie tut es mit Recht. Eine demokratisches System, das ein derartige Selbstverständnis hat, hat es schlicht nicht anders verdient. CDU/CSU sind von der tragenden Säule der Bundesrepublik zu ihrem größten Schandfleck verkommen. Hätte Konrad Adenauer das vorhergesehen, er hätte nach 1945 ein Leben als Pensionär vorgezogen, statt mit der CDU dieses Land aufzubauen.

Lasst uns über dieses Demokratie-Dings lieber nochmal abstimmen

Seit 1989 gab es viele Momente, an denen Journalisten, Politiker oder Historiker das Ende der alten Bundesrepublik datiert haben. Seit heute dürfte sich das erledigt haben. Wer heute noch ernsthaft von einer stabilen, dem Land dienenden Politik spricht, dem ist nicht mehr zu helfen. Game over! Heute ist eher ein Tag, an dem sich so mancher fragt, ob wir über dieses Demokratie-Dings nicht lieber mal abstimmen sollten. 

2 Kommentare

  1. Meine fränkischen Wurzeln sticheln in mir und flüstern ins Ohr: „ich will kotz“.
    Und der Westfale aus meines Vaters Genen sagt:“Dat havense sisch ehrlisch verdient de beiern. Bloedkoeppe“.

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