In den 1990ern war alles besser – selbst die Werbung

Am Freitag guckte mich meine Kollegin wieder mit diesem “Den Witz verstehe ich nicht”-Blick an – und ich bekam langsam diesen “Ich bin alt”-Gesichtsausdruck. Unglaublich aber wahr, mit der Redewendung “Eine Geschichte voller Missverständnisse” konnte sie nichts mehr anfangen. Und dabei geht es doch um ein urweibliches Thema:

Ja, das waren noch Zeiten oder. Da hat keiner Lügenpresse gerufen, da konntest du als Journalistin noch Werbung machen und hast Vertrauen von den Zuschauern bekommen. Damals durften selbst ernannte Doktoren sogar noch ungestraft Tomaten quälen, ohne das die vegitarische Internationale zu Online-Petitionen beim deutschen Bundestag eingereicht hat:

Besser noch, du musstest nicht mal einen Doktor haben oder vortäuschen, um in der Werbung einen Job zu bekommen. Es hat schon gereicht einen zu heiraten:

Wenn man so drüber nachdenkt, wirklich viel können musste man in den 1990ern wirklich nicht, um in die Werbung zu gehen. Bei manchen hat es schon ausgereicht auszusehen wie Schwiegermutters Liebling und kein Menschenfresser zu sein, selbst wenn man von menschlicher Haut ziemlich fasziniert war.

Als es dann aber auf das Jahr 2000 zuging, wurde es zugegeben schon etwas schräger:

Ja, das war nicht unbedingt ein Höhepunkt der Werbegeschichte der 1990. Aber wir wollen mal nicht so sein, schließlich verdankt wahrscheinlich eine ganze Generation von Männern der Werbung aus dieser Zeit zum ersten Mal etwas gesehen zu haben, wonach sie den Rest ihres Lebens strebten: nackte Titten

Thomas Matterne

Thomas Matterne bloggt seit über zehn Jahren in diversen Blogs. Mit der Webseite "Intellektuelles Weichei" ist er sozusagen zu den Ursprüngen zurückgekehrt. Beruflich bloggt er übrigens unter www.matterne.eu