Fußball-Legende Ewald Lienen über den Kapitalismus

Es gibt ja Menschen, die werfen Thomas Hobbes‘ hätte mit Homo homini lupus eigentlich die Wölfe beleidigt, die ja an sich sehr soziale Tiere sind. Ewald Lienen hatte eine ähnliche Erkenntnis, als er einen Vergleich zum Kapitalismus zog.

Ewald Lienen ist vor allem Fußballfans ein Begriff, er war Spieler, Trainer und ist jetzt technischer Vorstand beim FC St. Pauli. Und da ist er sicher ganz gut aufgehoben, den der Hamburger gehört zu der nicht einmal eine Handvoll Profivereine, die sich trotzdem nicht allzu sehr um den Mainstream scheren.

In einem Interview mit der Welt (paid) führte er die aktuellen Entwicklungen im Profifußball, in dem Unsummen gezahlt, verlangt und selbst die laschen Kontrollmechanismen öffentlich und für jeden ersichtlich umgangen werden, auf die Entwicklung eines ungezügelten Kapitalismus in der Gesellschaft zurück.

„Wir haben eine Art von Kapitalismus zugelassen, der rücksichtslos durch die Welt marschiert und jetzt auch im Fußball angekommen ist. Ich habe das oft Raubtierkapitalismus genannt. Aber ich muss mich bei den Raubtieren entschuldigen. Raubtiere gehen jagen, damit sie an dem Tag etwas zu Fressen haben. Die jagen aber nicht 80.000 Zebras, legen die auf Halde und verknappen künstlich das Angebot, um den Preis anschließend zu steigern und an die Börse zu gehen.“ – Quelle: welt.de