Filmkritik: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008)

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Es gibt ja Schauspieler, die spielen irgendwann immer irgendwie die gleiche Rolle. Sie geben ihr zwar andere Namen, lassen die Handlung mal in der Vergangenheit, mal in der Gegenwart spielen. Aber am Ende … Brendan Fraser hat sich zu einem solchen Schauspieler entwickelt.

In Eric Brevig’s Reise zum Mittelpunkt der Erde spielt Fraser zur Abwechslung mal den Professor, der mit Feldstudien eigentlich nichts anfangen kann. Aber die Art und Weise wie er es spielt lässt den Zuschauer zwangsweise an den Abenteurer Rick O’Connell aus den beiden Mumienfilmen denken. Getreu dem Motto Jules Vernes Geschichte von eben dieser Reise beruhe auf wahren Ereignissen, geht es diesmal naturgemäß allerdings nicht nach Ägypten, sondern hoch ins vulkanische Island. Auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder hat die Hauptfigur Trevor dessen Neffen im Gepäck und trifft statt auf einen verknöcherten Kollegen seines Bruders auf dessen junge attraktive Tochter Hannah (Anita Briem) – ein bisschen Love Affaire muss ja auch sein.

Was folgt ist der Aufstieg zu jenem Vulkan, in dem einst der Bruder verschwand. Und ein plötzliches Unwetter sorgt dafür, dass die Drei in eine Höhle fliehen müssen, die sich dann als Eingang zum Mittelpunkt der Erde herausstellt.

Nun, dass die Erde innen hohl ist, glauben nicht nur die Anhänger der Theorie Angela Merkel sei ein Reptoloide. Tatsächlich war diese Idee weit verbreitet, so manch ranghoher Nazi soll angeblich der Theorie nicht abgeneigt gewesen sein. Jules Verne musste sich seine Geschichte also nicht ausdenken. Das sie der Wahrheit entspricht, eher nicht. 😀

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Und wenn wir der Reise zum Mittelpunkt der Erde glauben wollen, ist es dort auch eher ungemütlich, steigt die Temperatur doch regelmäßig auf ein für Lebewesen unerträgliches Ausmaß. Das bekam schon Trevors Bruder Max nicht, er beerdigte sich passenderweise gleich selbst am Strand. So ganz tödlich können die Temperaturschwankungen dann aber auch nicht sein, immerhin überleben kleine leuchtende blaue Vögel das ganze recht gut, und nicht zu vergessen der T-Rex! Da stört es auch kaum, dass die Reisegruppe den Weg von Island zum italienischen Vesuv in kaum drei Tagen schafft – segelnd über einen unterirdischen Ozean. Kurz: Die Handlung ist sogar für einfachstes Popcornkino hanebüchen. Das Brendon Fraser übrigens auch nicht gerade in Hochform spielt, macht die Sache auch nicht besser.

Ganz ehrlich, in diesem Fall lohnt es sich selten so deutlich wie zuvor lieber zum Buch zu greifen. Oder zumindest zur Filmfassung aus dem Jahr 1959, die mag zwar in die Jahre gekommen sein, erzählt im Gegensatz zu der 2008er Version aber zumindest eine Geschichte.


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vor 3 Wochen