Eine Runde Leib Christi für alle

Der neue Würzburger Bischof sorgt erst mal für mächtig Traffic bei Facebook. Und ist wohl der Meinung, eine lange Ehe sei die einzige Voraussetzung zum Empfang der Kommunion.

In der Debatte um die Zulassung protestantischer Ehepartner zur Eucharistie in katholischen Messen ging mitunter verloren, dass es dafür durchaus berechtigte Gründe gibt. Man spricht dabei von einer Notlage, die es in Einzelfällen durchaus geben kann. Das dies bei der Veröffentlichung der Deutschen Bischofskonferenz nicht wirklich als Begründung taugt, ist Grund für den Widerwillen den viele Gläubig und auch einige der deutschen Bischöfe. 

Sämtliche Bedenken fahren lassen, hat aber ausgerechnet mein eigener Bischof. Erst seit wenigen Wochen im Amt, haut er gleich mal einen Pflock in den Boden und lädt offensiv evangelische Ehepartner zum Empfang der Heiligen Kommunion während der traditionellen Gottesdienste für Ehejubilare während der Kilianiwochen ein:

Heute und morgen finden die Gottesdienste für die Ehejubilare statt. Auch evangelische Partner in…

Gepostet von Bistum Würzburg am Donnerstag, 5. Juli 2018

Wer die zugehörige Pressemeldung des Bischöflichen Ordinariats liest, kann dort den Bischof selbst hören:

„Ich werde in der kommenden Zeit diese Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz mit den diözesanen Räten noch einmal intensiv diskutieren. Für heute aber, den Tag der Ehejubiläen, möchte ich für konfessionsverbindende Ehen, in denen die beiden Partner einander solange die Treue gehalten haben, die Einladung zur Eucharistie aussprechen“

pow.bistum-wuerzburg.de

Wie genau man die Empfehlung der DBK umsetzen möchte weiß der Bischof noch nicht einmal, aber er lädt schon mal zur Eucharistie ein. Katholisch, oder nicht, Hauptsache die Ehe hat lange gehalten. Gut, das ist heute auch schon eine Leistung, aber eben keine die automatisch dazu führt auch als Protestant die katholische Kommunion zu empfangen.

Ein Bischof der so spricht, hat Kernelemente des Katholizismus entweder nicht verstanden, oder gibt sie schlicht auf. Noch einmal, in so vielen Dingen sich die Konfessionen einig sind, in dieser Frage unterscheiden sie sich fundamental. Was uns der Leib Christi ist, ist es für Protestanten eben nicht. 

Wenn der geistige Hunger nach der Eucharistie so unstillbar ist, hindert niemand den Ehepartner daran sein Gewissen zu erforschen und zum Katholizismus zu konvertieren. Und wenn Bischof Jung der Leib Christi in seinen Händen so wenig wert ist, kann er selbst zum Protestantismus überwechseln oder sich gleich als Agnostiker outen.

Es ist traurig mit anzusehen mit welchem Maß an Unwissenheit und Relativismus manch deutscher Bischof Grundelemente des katholischen Glaubens opfert, während an anderen Orten unsere Brüder und Schwestern für unseren Glauben leiden und ihr Leben opfern. 

Schreib eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ähnliche Beiträge