Der große Vorteil von virtueller Realität? Die Realität ist halt kacke!

Die Diskussion über Computerspielsucht ist noch nicht einmal abgeschlossen, da zeichnet sich schon das nächste Feld für heiße Diskussionen am Horizont ab. War die virtuelle Realität lange ein Runing Gag wie der Kühlschrank, der selbstständig nachbestellt, dürfte erstere inzwischen kurz davor stehen massentauglich den Markt zu erobern. Und dann haben wir den Salat, bzw. die Wahl zwischen der eigentlichen Realität und einer virtuell geschaffenen.

Wie real die virtuelle Realität wirklich ist, ist am Ende eigentlich egal.

Wie real die virtuelle Realität wirklich ist, ist am Ende eigentlich egal.

Um den größten Kritikern der virtuellen Realität gleich mal ihr Lieblingsargument zu nehmen, die Behauptung die virtuelle Realität sei nicht echt, kann tatsächlich nur Bestandteil rein philosophischer Diskussionen sein. Denn die Technik ist längst so weit, dass sie unser Gehirn den Unterschied nicht bemerken lässt – es sei denn, man murmelt das Mantra “Das ist alles nicht echt” die ganze Zeit vor sich her. Wer das nicht glaubt, kann sich auf dem Schreibtischstuhl ja eine virtuelle Achterbahn antun, oder in der virtuellen Realität auf dem Dach eines Hochhauses stehen und versuchen runter zu springen. Kleinlich betrachtet mag die virtuelle Realität nicht echt sein, pragmatisch betrachtet ist das aber ziemlich wurscht.

Genau das ist es ja, was jenen besonders viel Angst macht, die schon glauben Computerspiel würden süchtig machen. (Machen sie übrigens ja auch, wie so ziemlich alles und jeder bei einem Menschen eine Sucht auslösen kann.) Der Gedanke, dass der Spieler World of Warcraft nicht mehr vor dem Bildschirm sitzend spielt, sondern sich wie in das Spiel hineingebeamt fühlen könnte, ist für diese Fraktion in erster Linie etwas erschreckendes. Sind die Grenzen bei manchen heute zwischen online und offline verschwommen, wären sie spätestens dann nicht mehr existent. Das kann einem Angst machen, das kann man als Bedrohung sehen – man kann, aber muss man das auch?

Die virtuelle Realität ist ein Geschenk für unsere Gesellschaft!

Bekanntlich leben wir weniger in einer Leistungsgesellschaft, als in einer Erfolgsgesellschaft. Und was produziert eine Erfolgsgesellschaft? Richtig, ein paar Gewinner und Horden voller Loser. Und wenn man mit einkalkuliert, dass die digitale Transformation tausende von jetzt noch in die mittlere und untere Mittelschicht Geborene zu modernen Tagelöhnern machen wird, wird der Anteil derer, die sich als Verlierer fühlen überproportional in die Höhe schießen.

World of Warcraft - Die gute alte Zeit!

World of Warcraft – Die gute alte Zeit!

Und bekanntlich gibt es weit bessere Zustände, als sich als Verlierer zu fühlen. Früher gab es den Griff zu Flasche, oder wenn man zumindest ein cooler Verlierertyp sein wollte hat man sich seinen Trip mit härteren Drogen verschafft. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Gedanke die virtuelle Realität könnte für viele Menschen am Ende nur eine weitere Sucht sein, doch fast schon beruhigend. Immerhin sind deren Auswirkungen weit weniger drastisch und zeigen sich nicht selten in derart kleinen Stufen, dass nicht einmal wirklich auffallen.

Aber abgesehen davon, wäre das wirklich so schlimm? Durch soziale Medien definieren wir gerade den Begriff “Freundschaft” neu. Klar, wer auf Facebook mit mir befreundet ist, ist nicht automatisch mein Freund. Aber der Kontakt kann auch so eng werden, dass sich wirklich von Angesicht zu Angesicht zu sehen, kein zwingender Bestandteil der Definition von Freundschaft mehr ist. Und wer sich in der virtuellen Realität begegnet, wird die Grenze als noch ein wenig durchlässiger betrachten.

Und überhaupt … nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich arbeite Vollzeit, der Kühlschrank ist immer gut gefüllt, aber wenn der Vermieter meiner kleinen Wohnung einen Brief schreibt, hoffe ich schon, dass es keine Mieterhöhung ist. Und groß in Urlaub fahren ist für mich auch erst mal gestrichen, ganz aktuell musste ich aus finanziellen Gründen gerade sogar einen kleinen Wochenendtrip canceln. Wäre es da wirklich so verwerflich, wenn ich mir nach einem harten Arbeitstag am Abend die VR-Brille auf den Kopf setze und mir jene Orte ansehe, an die ich definitiv erst Mal nicht reisen kann? Wo ist der Unterschied zu einer Dokumentation im Fernseher, außer das mir die virtuelle Realität echter vorkommt? Die VR-Brille kann mir – zumindest solange ich sie trage – das Gefühl geben die Dinge wirklich zu erleben, im Vergleich dazu ist das bloße davon Träumen, während man auf die schönen Bilder hinter der flachen Scheibe starrt, ja fast sadistisch.

In einer Welt, die sich durch die digitale Transformation brutaler als je zuvor in Gewinner und Verlierer aufteilen wird, ist die virtuelle Realität vielleicht jenes rettende Opium für’s Volk, das uns davon abhält eine Revolution zu veranstalten, an deren Ende ohnehin nicht die Straße zu den Gewinnern gehören wird. Das mag für manche purer Zynismus sein, ich halte es aber für eine pragmatische Lösung.

Die Zukunft – Morgen – Aber auch in Deutschland?

Letzte Woche bin ich eine ziemlich verwegene Wette eingegangen: In zehn Jahren werden hauptsächlich Lkws ohne Fahrer unterwegs sein. Selbstfahrende Lkws werden den Großteil des Transports auf den Autobahnen abwickeln.

Ist das realistisch? Jein, zweifellos wird es in der Lebensspanne der meisten Leser hier so kommen, ob tatsächlich in zehn Jahren Lkw-Fahrer eine Schlange am Arbeitsamt bilden müssen, ist letztlich natürlich noch nicht ausgemacht. So sehr ich die Digitale Transformation auch fürchte und ihre neoliberalen Auswüchse für das kommende Grundübel nach dem Kommunismus halte, so bin ich doch leider auch davon überzeugt, dass sie nicht aufzuhalten sein wird. Man wird es natürlich aber dennoch versuchen. Und auch wenn die Technik in zehn Jahren mehr als bereit sein wird das Szenario selbst fahrender Lkws umzusetzen, spricht doch auch einiges dagegen. Denn noch dürften Lobbyverbände und Verweigerungshaltung stark genug sein, das Szenario mit Gesetzen und Verordnungen hinauszögern zu können. Erst recht weil unser deutsches Rechtssystem Immanuel Kant näher ist, als dem Utilitarismus, der sich bei dem bekannten Problem bei einem Unfallszenario zu entscheiden, wer sterben soll – sagen wir es freundlich – erheblich leichter tut.

Doch wie lange kann man den Fortschritt wirklich aufhalten? Wie lange werden Politik und Gesellschaft den wirklichen und den vermeintlichen Vorteilen der Digitalisierung standhalten?

Hätte der olle Erich die Digitalisierung begrüßt?

Denn machen wir uns nichts vor, nicht nur selbst fahrende Lkws bedeuten vor allem eines: Kostenersparnis! Aus ähnlichen Gründen werden sich etwa Universitäten noch eine gewisse Zeit lang staatlichem Schutz sicher sein können, oder das Gesundheitssystem. Aber dennoch darf eines als sicher gelten: Die Uhr tickt – und die Uhr tickt unaufhaltsam.

Europa und in erster Linie Deutschland werden sich wohl mit am längsten diesem Fortschritt in den Weg stellen, aber selbst wenn der gesellschaftliche Wille da wäre sie aufhalten zu wollen, es wird am Ende nicht gelingen. Am Ende siegt der Kostendruck und – na ja, die wirklichen Vorteile.

Es mag uns noch ein wenig komisch vorkommen, wenn wir einem Programm unseren Gesundheitszustand schildern und es die Laborwerte selbst analysiert, aber schon heute kommen dabei halt bessere Ergebnisse heraus, als bei so manchem Hausarzt. Mögen spezialisierte Chirurgen und andere Experten noch relativ sicher sein, die Berufsgruppe Hausarzt sollte die Uhr ebenfalls schon ticken hören. Dabei können die doch heute noch behaupten, mit diesem Internet eigentlich nix zu tun zu haben. Also zumindest nicht zwangsläufig. Was am Ende aber nur der Trugschluss sein dürfte, dem auch der Klempner um die Ecke anheimfällt. Auch der wird früher oder später zu spüren bekommen, das er nur zwei Möglichkeiten hat. Entweder er wird seine eigene digitale Marke, oder ist dazu verdammt sich auf den marktbeherrschenden Plattformen zum billigsten Preis darzubieten.

Ärzte, Handwerke … richtig, Berufsgruppen die wir heute noch als fest im Sattel sitzenden Mittelschicht betrachten. Menschen, die – wäre die Digitalisierung nicht – auch in einem von latenter Abstiegsangst beherrschten Deutschland doch noch halbwegs sicher im Sattel sitzen dürften.

Ihr Bürger, hört die Signale!

Die Verzögerung des Fortschritts wird dafür sorgen, dass eine ganze Reihe Berufstätige aus der Mittelschicht sich noch halbwegs sicher in die Rente retten können. Wer heute aber unter 40 ist, sollte sich damit anfreunden sich bald auf eine durch digitalisierte Welt einstellen zu müssen, die komplett anders ist, als wir sie heute kennen. Aber dennoch sind jene zahlreich, die entweder glauben nicht betroffen zu sein oder das Ganze für alten Wein in neuen Schläuchen halten. Aber das ist die Digitale Transformation eben nicht, der Wein ist ebenso neu wie der Schlauch. Und wer das nicht rechtzeitig erkennt, und rechtzeitig ist JETZT, wird in absehbarer Zeit ziemlich viel Essig zu trinken bekommen.

Und noch einmal, diese Entwicklung mag uns nicht gefallen, und sie sollte uns auch nicht gefallen, aber wirklich aufhalten können wir sie auch nicht. Ähnlich wie in der industriellen Revolution wird es eine lange Phase geben in der wenige profitieren und viele Hungerleider ausgebeutet werden. Was bleibt ist die Hoffnung, dass sich auch diesmal die Gesellschaft wieder einpendeln wird. So wie die Sozialgesetzgebung mit Bismarck ihren Anfang nahm und zum Sozialstaat wurde, um die Unternehmer in die Schranken zu weisen und den Arbeitern und Angestellten zumindest eine Existenzsicherung gab. Es ist jedoch fraglich, ob wir mit diesen alten Mitteln auch der neuen Herausforderung Herr werden können. Zumindest sieht es nicht wirklich danach aus, und die Finanzierbarkeit dürfte auch arg, verdammt arg in Zweifel stehen. So fundamental neu wie die Digitalisierung Fakten schafft, so neu müssen auch unsere Lösungen für die geschaffenen Probleme sein. Sie auf den Standpunkt jener Hufschmiede zu stellen, die sich das Auto erst nicht vorstellen konnten und dann glaubten dieses Ungetüm würde sich nie im Leben durchsetzen, wird uns nur in den Abgrund führen.

Die Zukunft: Der Hoffbot und arbeitslose Autoren

Stellen wir uns vor jemand füttert eine künstliche Intelligenz mit Science Fiction Storys und lässt sie im Anschluss selbst ein Drehbuch schreiben. Was kommt dabei heraus? Richtig, von Arbeitslosigkeit bedrohte Autoren:

Nach einigen (medienwirksamen) Tiefs ist David Hasselhoff ja so etwas wie ein Comeback gelungen. Vielleicht nicht mehr als Hauptcharakter einer TV-Serie oder in einem Blockbuster, aber als Kultfigur und Schauspieler für die etwas andere Rolle.

So zum Beispiel auch in It’s No Game, einem Kurzfilm der nicht nur von einer künstlichen Intelligenz handelt, die Autoren überflüssig macht, sondern wie gesagt eben auch von einer eben solchen erdacht wurde. Erdacht und umgesetzt wurde die Idee zu einem solchen Kurzfilm gemeinsam von Filmregisseur Oscar Sharp und der Forscher Ross Goodwin, herausgekommen ist eine jener Zukunftsvisionen, die die Zuschauer deshalb so bedrücken, weil es nicht um Aliens im Jahr 2801 geht, sondern die Handlung so morgen stattfinden könnte.

Ghost in the Shell: Was ist noch menschlich?

 

Nach so viel Vorankündigung konnte ich mir den Film Ghost in the Shell natürlich nicht lange entgehen lassen. Und um es kurz zu machen, ja, es hat sich durchaus gelohnt. Doch der Reihe nach.

Schon der japanische Manga, dem der Film zugrunde liegt und auch die ein oder andere Verbeugung erbringt, hat einst eine Frage gestellt, die heute realistischer denn je ist. Ab wann beginnt der Mensch nicht mehr Mensch zu sein? Ab welcher wie auch immer gearteten Optimierung sind wir zu einer neuen Art geworden? Die Optimisten schwärmen schon von Chips, die mit unserem Gehirn verknüpft werden. Für sie ist das eine logische Weiterentwicklung, auf die der Mensch schon seit Jahrhunderten hinarbeitet. Die Pessimisten jedoch weisen daraufhin, dass zwischen Brille, künstlichen Hüftgelenken oder dritten Zähnen und einem Mikrochip im Hirn doch ein Unterschied besteht. Es ist ein bisschen, als würde man Major, gespielt von Scarlett Johansson, mit dem 6-Millionen-Dollar-Mann vergleichen. Die eine ein Cyborg, der letzter menschlicher Teil das Gehirn, der Geist, ist, der andere ein durch Ersatzteile optimierter Mensch. Wie groß der Unterschied wirklich ist, scheint eine entscheidende Frage zu werden.

Die Zukunft: Bunt und düster

Es ist eine düstere Zukunft, die Regisseur Rupert Sanders in gewaltigen Bilderwelten geschaffen hat. Eine Zukunft, die gerade noch so nahe scheint, als könnte es schon morgen sein. Ironischerweise sind es vor allem die bunten Bilder, die diese Düsterkeit prägen. Die 3D-Werbung im Himmel zwischen den Wolkenkratzern, die bunten, gestelzt wirkenden Geisharobotor. Das schmutzige Weiß der Kampfmontur, in der Scarlett Johansson durch diese düstere Zukunft schreitet, wirken wie ein gewollter Gegensatz zu dieser bunten Leblosigkeit. Es ist am Ende alles nur Show, eine Show die zudem niemand wirklich zu beachten scheint.

Es sind Täuschungen, wie jene die die Wissenschaftler, unteranderem von einer großen Juliette Binoche gespielt, in Majors Gedächtnis eingearbeitet haben, um sie im Kampf gegen das Verbrechen zu motivieren. Wobei Verbrechen natürlich eine recht relative Frage der Definition sind. So wie das menschliche Ich recht relativ betrachtet werden. Denn auch wenn Major noch ihren Geist hat, der in ihr gegen die Lügen ankämpft, möchte mancher sie nur als nützliche Maschine sehen. Eine Maschine, die mangels künstlicher Intelligenz, von einem menschlichen Gehirn gelenkt wird. Und so verkörpert die Figur Major in Ghost in the Shell in gewisser Weise ein Paradox: Sie ist eine neue Art, ein Evolutionssprung des Menschen und soll ihm doch als Sklave dienen. Eine Sklavin, über deren Leben und Tod der Besitzer entscheiden will. Nicht gerade das, was sich ein Google finanzierter Ray Kurzweil vorstellt, der den menschlichen Körper offenbar ja nicht schnell genug verlassen kann.

Jene Grenze zwischen Mensch und Cyborg testet Ghost in the Shell aber noch weiter aus. Da werden Menschen mit künstlichen Ersatzteilen ausgestattet, und als Major in den Speicher eines Androiden abtaucht, wirkt es, als würde sie in einen menschlichen Traum abtauchen. Eine klare Trennlinie zu zeichnen, ist nicht die Sache dieser Geschichte. Und wahrscheinlich kann man sie auch deshalb als einen Ausblick in unsere wirkliche Zukunft sehen.

Doch nun zur eigentlichen Filmkritik: Bei manchen scheint das Trommeln für des Films Erwartungen geweckt zu haben, die Ghost in the Shell nicht ganz erfüllt hat. Das Urteil lautet dann meist, es sei auch nur ein Action- & Sciencefiction-Film. Vielleicht ist der Film am Ende tatsächlich kein Meilenstein des Genres, ihn aber als Enttäuschung zu sehen scheint dennoch weit übertrieben. Allein die Bilder sind es, die den Film durchaus sehenswert machen. Und nein, ich rede nicht nur von Scarlett Johansson in der hautengen Kampfmontur. Wobei sie auch ein Glücksfall für die Besetzung ist, auch wenn sie lediglich zweite Wahl war. Überhaupt kann man die Besetzung als überaus gelungen betrachten, neben Juliette Binoche wohl vor allem auch wegen Takeshi Kitano. Die japanische Filmlegende spielt den Gründer jener Spezialeinheit, der Major nach ihrer – nennen wir wie es ist – Wiederauferstehung zugeteilt wird. Kitano gelingt es auch hier mit sonst nie dagewesenen Minimalismus seinem Charakter Leben zu verleihen. Wo andere spielen müssen, sieht Kitano einfach nur in die Kamera und jedes Zucken in seinem Gesicht hat mehr Wirkung als die versammelte Schauspielerkonkurrenz zusammen.

Am Ende ist Ghost in the Shell also ein durchaus sehenswerter Film, auf den sich das Warten eben doch gelohnt hat.

Die Moral Maschine: Wen würdest du überfahren?

Es ist das alte Problem, zumindest seit selbstfahrende Autos realistisch geworden sind. Wessen Leben soll das Auto bei einem drohenden Unfall retten? Das des Fahrers? Das der alten Frau? Das des kleinen Mädchens? Was ist, wenn die Wahl zwischen dem Fahrer und zwei Mitfahrern auf der einen, und zwei Männern auf der anderen besteht?

Solche Entscheidungen muss man erst einmal treffen können. Wobei Mercedes nach sie ja schon getroffen hat, im Zweifel wird der Fahrer geschützt. Klar, die Autobauer denken an ihren Absatz und wer würde schon ein Auto kaufen, das einem im Zweifel umbringt? Philosophisch betrachtet läuft es im Wesentlichen darauf hinaus sich zwischen Kant auf der einen und dem Utilitarismus. Die NZZ hat das hier übrigens sehr gut ausgearbeitet: Keine Algorithmen für ethische Fragen

Es gibt übrigens noch eine dritte Möglichkeit, die manchmal unterschlagen wird, weil sie recht zynisch wirkt. Der Zufall! Sprich, der Algorithmus wirft einen Zufallsgenerator an und entscheidet danach. Und dann gibt es noch eine Tatsache, die, obwohl sie das Problem überhaupt erst erzeugt, fast gar keine Beachtung findet. Schließlich gibt es zwischen dem menschlichen Fahrer und dem fahrenden Computer einen Unterschied. Der Mensch hat oft nur eine sprichwörtliche Sekunde um zu entscheiden, der Computer zwar auch, aber im Gegensatz zum Menschen kann er aufgrund der ihm einprogrammierten Möglichkeiten entscheiden. Der Mensch reagiert nur – und in der Regel wird er bremsen und/oder das Lenkrad herumreißen.

Wie man reagieren würde, wenn man die Zeit zum Nachdenken hat, kann man in der Moral Machine testen. Das MIT-Projekt stellt den Nutzer in 13 Situationen konkret die Frage, wie man sich verhalten würde, wen man retten würde und ob man bereit wäre sein eigenes Leben zu opfern. Und erzeugt damit beim Nutzer ein beklemmendes Gefühl.

So ging es zumindest mir. Und die Auswertung ist am Ende natürlich ziemlich hart. Und auch wenn ich am Ende tendenziell mehr Leben retten würde, sollte man doch kein dicker Mann sein. Hmm, wer möchte kann seine Ergebnisse übrigens dem MIT zur Verfügung stellen.