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Comic-Rezension – Suicide Squad: Katana

von am 20. Juli 2017

Frauen & Comics – eine schwierige Geschichte? Eigentlich nicht, es sei denn natürlich man blickt auf den Mainstream und die Entscheidungen der verantwortlichen Autoren, Regisseure und Produzenten. Denn dann, war etwa der jüngste „Wonder Woman“-Film so etwas wie die Ausnahme von der Regel. Marvel-Fans, die seit gut zehn Jahren auf einen „Black Widow“-Film warten, wissen wovon ich hier schreibe.

Der weibliche Superheld an sich ist auch heute noch in erster Linie schmückendes Beiwerk im möglichst knappen oder eng anliegendem Kostüm. Dabei hat so manche Figur durchaus ihre Fans und so manches Potential wird da schlicht und einfach verschenkt. Und interessanterweise sind es eben gerade jene weiblichen Superhelden, die man nicht allein auf ein knappes Outfit reduzieren kann, die unter weiblichen, wie männlichen Comiclesern die größten Fangruppen ihr eigenen nennen können.

Etwas bekannter geworden ist seit ihrem Auftritt im Film Suicide Squad und der Serie The Arrow Katana, aus dem DC Universum. Die relativ junge Figur einer unglücklichen Samurai-Kämpferin, deren Schwert die Seelen der Opfer gefangen hält – und darunter auch jener Samurai, den sie liebt.

Katana (links) – © Wiliam Tung – flickr.com

 

Nun braucht niemand auf einen eigenen Film mit Katana zu hoffen, aber der neue Ruhm hat unter anderem dazu geführt, dass dieses Jahr mit Suicide Squad: Katana ein Band mit ihren Abenteuern auch auf Deutsch erschienen ist.

Die Story: In einem europäischen Land versucht eine Verbrecherorganisation unter ihrem Anführer Kobra die Herrschaft zu erlangen. Katana wird dorthin geschickt, um eine Wissenschaftlerin zu evakuieren. Doch auf gerade ebenjene hat es Kobra abgesehen, der bei weitem nicht nur ein kleines europäisches Königreich erobern möchte, sondern mit Hilfe dieser Wissenschaftlerin einen noch ganz anderen Plan verfolgt, an dessen Ende er weit mehr Macht sein eigenen nennen könnte.

Der Titel verrät es, so ganz ohne die bekannteren Figuren der Suicide Squad kommt auch diese Geschichte nicht aus, aber der Autor und Erfinder der Figur Katana, Mike W. Barr, lässt die Gruppe zu angenehmer Weise nur Nebenrollen zukommen. Was aber leider auch daran liegen könnte, dass die gesamte Handlung nüchtern betrachtet zwar gradlinig durch erzählt wird, es ihr dadurch aber eben auch spürbar an Tiefe, oder zumindest Ecken und Kanten fehlt. Als Trostpflaster kann der Leser es da schon sehen, dass zumindest die Titelheldin – die auch immer wieder in der Ich-Form die Handlung erzählt – noch am besten wegkommt. Nebenfiguren, vor allem auch die Bösen, bleiben dagegen erschreckend flach erzählt.

Aber dank Diogenes Neves sind sie zumindest gut gezeichnet. Was dann wieder zu einem deutlichen Pluspunkt des Bandes wird, der eine komplette sechsteilige Comicserie enthält.

Für Fans der Suicide Squad ist der Band also weniger geeignet, vielleicht auch, weil er einige Zeit vor der aktuellen Rebirth-Serie entstanden ist. Wer allerdings auch die Nebenfiguren einmal kennenlernen möchte, die sonst nur schmückendes Beiwerk sind, dem ist dieser Band durchaus zu empfehlen. Und für Fans von Katana – na ja, sagen wir es wie es ist, die traurige Wahrheit lautet doch, da muss man nehmen, was man kriegen kann.

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Kultur

Costa Concordia – Besuch auf einem Wrack

von am 2. Juli 2017

Wenn man nicht gerade James Cameron ist und mal eben so schnell runter zur Titanic tauchen kann, ist es für Otto-Normalverbraucher recht schwer einem versunkenen Schiff einen Besuch abzustatten. Etwas leichter ist es da vielleicht bei der Costa Concordia, jenem italienischen Kreuzfahrtschiff das 2012 vor der Insel Giglio Leck schlug und zumindest teilweise versank.

Inzwischen wurde das Schiff gehoben und in einen Hafen geschleppt, wo es jetzt auf seine Verschrottung wartet. Frei zugänglich ist die Costa Concordia zwar aus Sicherheitsgründen nach wie vor nicht, aber für Fotograf und Dokumentarfilmer J. D. Kielkowski wurde eine Ausnahme gemacht. Seinen Besuch auf dem Wrack filmte er:

PS: Keine Sorge, das Youtube-Video ist keine 6 Stunden lang …

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