Politik

In Nord Korea gibt es kein Weihnachten

von am 18. August 2017

Ja, dass man in Nord Korea kein Weihnachten feiert war irgendwie klar, oder? Gut das die Frau des Staatsgründers zufällig auch am 24. Dezember geboren ist, da kann man zumindest sie feiern. Klingt strange? Auch nicht merkwürdiger als die Tatsache das im Land von Kim Jong-un Kleinwuchs als Krankheit angesehen wird. Zuerst wollte man die Kinder ja gleich töten, da das aber bei der Weltöffentlichkeit nicht so gut angekommen wäre, verfrachtet man sie jetzt in eigene Dörfer. Da ist es doch fast schon beruhigend, dass beinahe 100 % aller Nord Koreaner wählen gehen, geht ja auch schnell, mit jeweils nur einem Kandidaten auf dem Wahlzettel.

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Was heißt heute eigentlich noch „Taufe“?

von am 17. August 2017

Es ist jetzt zwar schon ein, zwei Wochen her, aber eine Taufe vergisst man ja nicht so schnell. Vor allem dann, wenn man der Taufpate war und diesen kleinen schreienden Neuankömmling in den Händen hatte, während der Priester das Taufwasser über ihn ausgoss. Doch was heißt heute eigentlich noch getauft werden?

Hah, ich hab‘ ihn nicht fallen gelassen. 😀

Man lässt sein Kind eben taufen. Ich habe so die Befürchtung, die meisten Eltern die heute ihr Kind taufen lassen, haben diesen Satz in der Begründung, wenn man sie nach dem warum fragt. Es schadet ja schließlich auch nicht und eine Gelegenheit mit Familie und Freunden im Anschluss zu feiern bekommt man ja dadurch auch. Den meisten Priestern dürfte das wahrscheinlich bewusst sein, aber es bleibt ja die Hoffnung das sich der Kleine / die Kleine von selbst zum Gläubigen entwickelt. War bei mir persönlich ehrlich gesagt ja eigentlich auch nicht viel anders. Ich zumindest kann mich nicht erinnern mit meinem Taufpaten je tiefsinnige Gespräche über den Glauben geführt zu haben. Im Gegenteil, er steht auf den Standpunkt, wenn ich tot bin, bin ich tot und das war’s dann eben.

So hat es mich dann auch nicht gewundert, dass ich in Sachen Glaubensbekenntnis einer der wenigen war, die textsicher mitbeten konnten. Während die beiden älteren Damen so klug waren, sich das Ganze auf einen Spickzettel zu schreiben. Zu ihrem Glück wurde keine andere Version gesungen. Zu meinem auch, denn erstens mag ich das schon in Gottesdiensten nicht besonders und zum anderen schien mir der Pfarrer auch nicht unbedingt die mächtigste Singstimme gehabt zu haben.


Die Voraussetzungen:

  • Es soll einen, maximal zwei Paten geben. => Ja, kann man abhacken.
  • Die Wahl der Taufpaten trifft entweder der Täufling, sofern er mündig ist, oder die Eltern. => Ja, beim zweiten Kind meiner Schwester war ich an der Reihe
  • Für gewöhnlich muss ein Pate mindestens 16 Jahre alt, katholisch und gefirmt sein sowie das Sakrament der Eucharistie empfangen haben und ein dem Glauben entsprechendes Leben führen. => Hmm, nicht das jemand das überprüft hätte, aber stimmen tut es schon
  • Der Pate darf nicht mit einer kanonischen Strafe belegt sein. => Nö, auch wenn ich ein paar rechts geneigte Katholiken kenne, die das vielleicht insgeheim wünschten.

Nachzulesen im Codex Iuris Canonici (Codex des kanonischen Rechtes)  – (CIC, Cann. 872-874).


Ich für meinen Teil habe mir natürlich vorgenommen auch im christlichen Sinne ein guter Pate zu sein, da wird mein Schwesterchen schon gewusst haben, was sie dem kleinen Emilian mit mir eingehandelt hat. Aber unter uns, was das eigentlich heißt, muss man sich heute wohl selbst zusammensuchen. Der Taufpate mag so alt sein wie die Taufe selbst, und damit letztlich so alt wie die Kirche an sich, aber die Handlungsanweisungen beschränken sich heutzutage doch im Wesentlichen auf die Taufliturgie selbst. Es soll gar Paten geben, die denken damit sei ihre Aufgabe erledigt – da sind einem die Leute fast sympathisch, die davon ausgehen der Job sei mit der Volljährigkeit des Patenkindes zu Ende.

Tja, ist es aber eben nicht. Auch wenn man zur Taufe selbst heute natürlich auch schon die passenden Geschenke vorgeschlagen bekommt. Zum Beispiel eine quasi unzerstörbar, als kleinkindgerechte Musikbox.

Geschenk Nummer 2 fiel mir mehr oder weniger zufällig in die Hände und ist in gewisser Weise die oft übliche Taufkette, auf der zumindest der Name des Täuflings zu lesen ist, meist auch noch das Datum und ein Segensspruch. In meinem Fall eine Namenskette von Namesforever, schönes  Stück das man sich in dem Online-Shop für den gewünschten Namen anfertigen lassen kann. (Was angesichts der Nachlässigkeit deutscher Standesbeamter und der elterlichen Fantasie wohl auch gut so ist. 😉 ) Aber mit Emilian habe ich, oder viel mehr mein Patenkind ja durchaus noch Glück gehabt. Gut auch, dass es etwa bei der Auswahl der Schriftart auch noch die guten alten nicht allzu verschnörkelten zur Auswahl gab.

Allerdings wird der Kleine wohl noch ein paar Monate warten müssen, ehe er sie tragen kann. Denn obwohl mir die mitgelieferte Kette recht stabil erscheint, dafür ist er noch zu jung und zu sehr in der „Ich stecke mir alles in den Mund“-Phase. 


Mein abschließendes Gebet:

Gott, unser Vater,
wir danken Dir, dass du über den kleinen Emilian wachst.
Du hast ihn in der Taufe zu Deinem Kind gemacht, Dir
vertrauen wir ihn an. Behüte und bewahre ihn, wenn er
heranwächst, beim Spiel mit anderen, zuhause, auf der Straße, überall.

Befähige das Kind Rücksicht zu nehmen und nachzugeben,
aber auch standzuhalten, wo es notwendig ist.

Wir bitten Dich auch für alle, die die Kinder begleiten und auf
ihre Erziehung Einfluss haben:
Lass Sie geduldig sein, zu verzeihen und Fehler
zuzugeben. Stärke Ihren Glauben, dass sie den kleinen Emilian Deine
Liebe bezeugen.
Amen


Und mit dem obigen Gebet war die Taufe an sich auch schon vorbei. Und ja, um die wichtigste Frage zu beantworten, so ganz klaglos hat es der Kleine nicht über sich ergehen lassen, dass man plötzlich Taufwasser über ihn gegossen hat. Ich musste ihm danach ein bisschen die Kirche zeigen, bis er sich wieder beruhigt hat. Ist ein neugieriger Junge der Kleine, muss immer was Neues sehen. Das ist ja schon mal recht vielversprechend, oder?

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Philosophie

Le Grande Marquis & die Philosophie

von am

Irgendwie kam das Gespräch heute im Büro auf Marquis de Sade und seine beiden Bücher Juliette und Justine, zwei Schwestern, die eine dem Laster verfallen, die andere der Tugend. Was in der Welt des Marquis de Sade letztlich auf Sado und Maso hinausläuft – auch wenn das erstere erst später nach ihm benannt wurde, und das zweite noch eine Weile länger auf die heute gebräuchliche Bezeichnung warten sollte.

Aber es geht mir jetzt nicht um die Verbeugung vor dem großen Marquis, übrigens nicht aufgrund seiner erotischen Fantasie, sondern aufgrund der Tatsache das er wie kein Zweiter verstanden hat den Menschen im Kern so darzustellen wie er ist.

Es geht mir um den ersten Absatz aus Justine – Die Nachteile der Tugend, die mir dabei wieder in den Sinn kamen. Zeilen über die Philosophie, wie sie nur jemand formulieren kann, der selbst zu den größten Philosophen gehört:

„Es wäre die Hauptaufgabe der Philosophie, die Mittel aufzudecken, deren sich das Schicksal zur Erreichung seiner Zwecke bedient. Dann müßte sie diesem unglückseligen zweifüßigen Wesen Verhaltungsmaßregeln für seinen dornenvollen Lebensweg aufzeichnen, damit es nicht von den bizarren Launen dieses Schicksals – das man bald Bestimmung, bald Gott oder Vorsehung, dann wieder Zufall oder Vorausbestimmung genannt hat – abhängig sei.“ – Marquis de Sade in Justine – Die Nachteile der Tugend

 

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Glaube

Maria Himmelfahrt

von am 15. August 2017

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Politik

Putin wir lieben dich! Was soll diese Russophilie eigentlich?

von am 13. August 2017

Wer nach Gemeinsamkeiten zwischen der extremen Rechten und der Linken sucht, landet schnell bei Russland. Die einen glauben Putin würde sich ernsthaft für ihre Interessen einsetzen, die anderen haben das Ende der Sowjetunion noch nicht verstanden. Geschichtsvergessene Narren sind sie beide.

Gerade sorgt eine „Russlandkonferenz“ der AfD wieder ein bisschen für Schlagzeilen, die Zeitung die Welt bezeichnete die Veranstaltung gar als den eigentlichen Wahlauftakt der Rechtspopulisten. Während man die Russophilie des Front National zumindest noch auf Finanzspritzen zurückführen kann, die aus Moskau nach Frankreich geflossen sein sollen, bleibt mir die Russlandliebe einer offensiv deutschnational auftretenden Partei noch immer ein wenig schleierhaft. Nähert man sich dem Problem rational, blieben neben einer gewissen Übereinstimmung einer völkischen Ideologie vor allem zwei Erklärungsmodelle: Die alte Weisheit „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ und das Wählerpotential der Russlanddeutschen. Dem ersten Argument möchte ich eine andere Weisheit entgegensetzen, die aus Litauen stammt: „Dem Teufel entkommen und seiner Großmutter in die Hände gelaufen.“ Den zweiten Punkt greift auch die Welt in einem Bericht auf:

Legitim ist auch der Versuch, die schätzungsweise drei bis vier Millionen Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion als Wähler zu mobilisieren. Die Partei umwirbt sie mit russischsprachigen Medien, über Interviews ihrer Funktionäre in russischen Staatssendern wie „RT“ und „Sputnik“ und mit einer „Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD“. – Quelle: welt.de (Paid)

 

Was mir zuerst auffällt ist der Widerspruch. Eine Partei die Türken vorwirft sie würden sich nicht integrieren, die Sprache nicht lernen, die deutsche Kultur nicht akzeptieren, hat kein Problem damit das sich wesentliche Teile von Russlanddeutschen ihr Herz noch an der russischen Heimat haben, Russisch sprechen und in manchen Städten Viertel bilden, in denen man sich eben besser mit Russisch behelfen kann, als mit Deutsch. Und das, obwohl sie auch rechter Sicht, doch gerade den Vorteil hätten Deutsche zu sein. Häh? Jetzt mag sich natürlich nicht nur in der AfD niemand wirklich eingestehen, dass auch die Integration vieler Russlanddeutscher offensichtlich gescheitert ist, aber das ist doch ein bisschen zu offensichtlich doppelmoralisch, oder? Und lässt sich letztlich nur in einem Akt der selbstzerstörerischen Hingabe an Russland erklären, die tatsächlich nur das Übel der amerikanischen Vorherrschaft gegen eine russische austauschen wird.

Der Rote Platz 1801, gemalt von Fedor Alekseev – Photo via Good Free Photos

Eine AfD-Größe wie Alexander Gauland, der ja von sich selbst behauptet historisch bewandert zu sein, sollte es eigentlich besser wissen. Die größte Zeit der deutschen Geschichte über war Russland für Deutschland, speziell für das angrenzende Preußen, eine Bedrohung. Die Ausnahme bildeten lediglich die napoleonischen Kriege, in denen der gemeinsame Feind einte. Ansonsten war es oberstes Ziel deutsche Ostpolitik die Russen irgendwie zu besänftigen, einzubinden oder ihnen etwas zu geben, das sie daran hinderte auf die Idee zu kommen, sich etwas anderes mit Gewalt zu nehmen. Russland war und ist der mächtige Staat im Osten, der die Existenz Deutschlands und Europas stets bedrohte, wenn nicht gerade ein Zar an der Macht war, der die westliche Zivilisation als sein persönliches Steckenpferd entdeckte.

Die zivilisatorische Schicht war aber, und das zeigen alle Kriege, bei den Russen immer besonders dünn. Das galt im Siebenjährigen Krieg bereits, als Friedrich der Große auf dem Schlachtfeld Preußen rettete und nur eine Armee plünderte und vergewaltigte – die der Zarin Elisabeth. (Ironischerweise dann kurzzeitig von ihrem Friedrich verehrenden Sohn abgelöst, der mit seinem Kriegsaustritt wesentlich zum Sieg Preußens beitrug.) Das zeigt aber aber auch die gnadenlose Rache der Rotarmisten, sobald sie deutschen Boden betraten und begannen brutal die Zivilbevölkerung abzuschlachten und Massenvergewaltigungen zu einem täglichen Zeitvertreib wurden.

Während AfD-Politiker das Holocaust-Denkmal als ein Denkmal der Schande bezeichnen, kommen sie natürlich nicht auf die Idee vielleicht an jene unschuldigen Frauen zu denken und vielleicht mal für sie ein Denkmal zu fordern. Oder an die Millionen Deutschen zu denken, die – wie meine Familie – ihrer Heimat beraubt wurden.

Russland hat sich für sie als das gelobte Land entwickelt, dem sie entgegenstreben in dem irrigen Glauben ein russisch dominiertes Europa wäre einen Deut besser als ein unter amerikanischer Oberherrschaft stehender Kontinent.

Moskau, Moskau Wirf die Gläser an die Wand
Russland ist ein schönes Land ho ho ho ho ho, hey – Quelle: Dschingis Khan „Moskau“

 

Es gab eine Zeit in der uns die Amerikaner, auch ohne die Amerikanisierung der Welt, kulturell nahe standen. Diese Zeiten sind vorbei, und diese Entwicklung ist nicht erst ein durch Donald Trump erzeugtes Phänomen. Amerikaner sind keine Europäer, sie sind die europäischen Kultur aber genauso wenig nahe wie es die Russen sind.

So wie einst die Existenz Preußens und später Deutschlands von einem Gleichgewichtig der Russen auf der einen Seite und der Franzosen und Briten auf der anderen abhing, hängt das Schicksal Deutschlands und Europas heute von einem Ausspielen der Amerikaner hier und der Russen dort aus. Ein brillanter Kopf wie Otto von Bismarck, der dieses Spiel wie kein anderer beherrschte, würde sich im Grabe herumdrehen, wenn er mitansehen müsste wie ein Haufen populistischer Dummköpfe, die das Etikett „konservativ“ missbrauchen wie es in der Geschichte des deutschen Konservativismus seines Gleichen sucht, sich jetzt wie unterwürfige Schoßhunde zu Wladimir Putin kriechen. Es gibt kaum eine andere außenpolitische Dummheit, die dem Interesse unseres Landes mehr Schaden zufügen könnte.

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