Na also, das Main Echo hat es auch gemerkt

Solche Tweets freuen mich doch:

Der Twitteraccount des Main Echo war, sagen wir mal, bis vor kurzem sehr suboptimal geführt. Ein paar Tweets, kurz hintereinander, oft zu nachtschlafender Zeit. Was halt so rauskommt, wenn keine Redakteure twittern sondern einfach nur ein Artikelfeed integriert ist. Das das Ganze eine ziemlich schlechte Strategie ist, hat man jetzt wohl offensichtlich selbst gemerkt und legt seit Kurzem selbst Hand an. Und oh Wunder, schon kommen die Follower.

Twitter ist halt kein Dienst, in dem man sich so ein Verhalten leisten kann. Wer Follower will, der muss schnell, also quasi live, sein und er muss auch bereit sein mit den anderen zu kommunizieren. Das ist das A und O jeder Twitterstrategie, lange bevor man sich über den Inhalt, die Tweetanzahl und den Zeitplan Gedanken macht. Da das die Leute vom Main Echo jetzt wissen wünsche ich ihnen auch weiterhin viel Erfolg, die 1.000 Marke werden sie demnächst auch knacken.

Sport ist auch nur Kultur

Wie unhöflich! Da wird einer zur Laudatio eingeladen und sagt erst einmal, man müsse den Preis abschaffen. Und überhaupt, was soll man überhaupt von einem Kulturpreis halten, der von einer Stadt vergeben wird, bei der Sport- und Kulturreferent ein und dieselbe Person sind.

Gute Frage, ist es so schlimm, Sport und Kultur in einer Abteilung zusammenzufassen? (Das in Würzburg, um die Stadt dreht es sich nämlich, hier auch noch Schulen hinzukommen, klammern wir mal aus.)

Hmm, als erstes kommt mir da eine meiner vielen Theorien über das Leben in den Sinn. Ich glaube das viele Erwachsene deshalb so unsportlich sind, weil der Schulsportunterricht für sie eine Qual war. Genauso glaube ich, dass viele Erwachsene deshalb so wenig Bücher lesen, weil ihr Deutschlehrer eine absolute Niete war. Was dabei herauskommt sind vor allem zwei Lager: Kunstprofessoren, die mit einer zu hochgesteckten Nase über Fußball & Co. ablästern und Fußballfans, die glauben in Kunstgalerien würde man sie entmannen. Was dabei zwangsläufig herauskommen muss ist ein Grabenkrieg, in denen keiner einen Meter gewinnt, aber eben auch nicht aufgibt, weil er ja auch keinen Meter verliert.

Freilich gibt es Gott sei dank auch immer Ausnahmen, die sich aus den Gräben herauswagen. Literaten zum Beispiel, die den Fußball für sich entdecken. Oder andere Sportarten. Die Kunst des Feldspiels von Chad Harbach ist mir zum Beispiel als einer der großen amerikanischen Romane in Erinnerung, im Kern ist es aber ein Baseballroman. Aber vielleicht sind uns Amerikaner dort ein bisschen voraus, in Deutschland ist die Trennung zwischen E und U, also Ernstem und Unterhaltung, ja auch nichts anderes als ein Grabenkrieg, der nur Opfer kennt, aber keine Sieger. Vielleicht nimmt es mir einer deshalb jetzt auch sofort übel, wenn ich behaupte das die Aufgabe zu unterhalten eine große Gemeinsamkeit von Sport und Kultur ist. Es ist der gemeinsame Nenner, würde ich mal behaupten. Beides ist dazu da den Alltag der Menschen zu berreichern, ob jetzt in einer Galerie oder im Sportstadium. Beides kann als Ventil dienen, ohne das manche in ihrem Alltagstrott versauern oder gar explodieren würden.

Zudem, kurz zuvor klang es ja schon durch, ist Sport auch durchaus eine kulturelle Eigenart gewisser Gruppen. In Europa zum Beispiel ist im wesentlichen der Fußball eine kulturprägende Sportart, in den USA dagegen Baseball und American Football. Und auch heruntergebrochen auf einzelne Regionen gibt es immer noch Sportarten, die hier mehr in den Alltag der Menschen integriert sind als anderswo – oder die anderswo überhaupt nicht existieren. Ich glaube auch, dass diese strikte Trennung zwischen Kunst und Sport nicht ihren gemeinsamen Ursprüngen gerecht wird. Die Menschen der Antike unterschieden zumindest nicht so stark zwischen Sportwettbewerben auf der einen, und Theater- oder Gesangsdarbietungen auf der anderen Seite.

Wie die meisten Abgrenzungsversuche gegen andere, hat auch dieser im Kern nur einen Zweck: sich selbst als besser darzustellen, als wichtiger – als besserer Empfänger staatlicher Subventionen, ohne die man wahrscheinlich nicht überleben könnte. Völlig zu Recht beklagte Eberhard Fiebig im oben verlinkten Artikel, dass der Ehrenpreis nur noch Ehre zu bieten hat, das Preisgeld aber gestrichen wurde. Im Kampf ums Geld packen beide ihre Ellbogen aus, vermeintlich feinsinnige Künstler und ebenso vermeintlich grobschlächtige Sportler. Mit dem Gegeneinander betreibt man das alte Spiel bei dem es nicht unwahrscheinlich ist, dass am Ende alle weniger haben, als wäre man gemeinsam vorgegangen.

Filmkritik: Transamerica

Eine Frau, die einen Mann spielt, der kurz davor ist eine Frau zu werden. Die Rolle in Transamerica brachte Felicity Huffman zahlreiche Preise ein, wenn auch der Oscar leider nicht dabei war. Für ihre Darstellung der transsexuellen Bree hätte sie aber sicher die Auszeichnung verdient, die allgemein als Krönung einer Schauspielerkarriere gilt. Es ist vor allem ihre überzeugende Darstellung, die Transamerica trägt und von der ersten bis zur letzten Minute zu einem wirklich guten Film werden lässt.

Erzählt wird die Geschichte von Bree, der kurz vor der letzten Operation steht, um von Stanley endgültig zu Sabrina zu werden. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt bekommt er einen Anruf aus New York. Es ist der Sohn, von dem er noch nichts wusste und auf Druck seiner Psychiaterin fährt er schließlich nach New York, um ihn für die sagenhafte Kaution von 1 Dollar aus dem Knast zu holen. Was folgt ist ein nur auf den ersten Blick typisches amerikanisches Roadmovie, wenn sich Mutter/Vater und Sohn gemeinsam auf den Weg nach Los Angeles machen. Der eine, um sich endgültig umoperieren zu lassen, der andere, um Pornostar in Schwulenfilmen zu werden. Zu alledem weiß der Junge nicht einmal, mit wem er dort auf die Reise geht. Die gute alte amerikanische Familie sieht anders aus.

Der Stoff taugt zum trockenen Drama, er taugt auch zur einem klamottigen Käfig voller Narren auf der Straße. Was Regisseur und Drehbuchautor Duncan Tucker daraus machen ist etwas völlig anderes, etwas wirklich gutes. Es ist eine ernsthafte Komödie, die zutiefst bewegend ist, ohne dabei tief in den Klischeetopf zu greifen.

Das liegt natürlich nicht zuletzt an der Darstellung von Felicity Huffman, einem breiteren Publikum aus ihrer Rolle bei Desperate Housewives bekannt. Aber auch Kevin Zegers, als 17-Jähriger Straßenstrichjunge aus New York liefert eine sehr beachtenswerte Leistung ab. Es ist aber eben auch die ernsthafte und zugleich ungeschönte Darstellung, mit der Autor Tucker an die Sache herangeht. Er lässt den Humor nie außer Acht, bleibt aber auch immer beim ernst der Sache. Er führt seine Figuren nicht vor, weder den Transsexuellen, noch den jungen Prostituierten. So schafft er es tatsächlich einen originellen urkomischen und doch todernsten Film abzuliefern.

Ich jedenfalls kann ihn nur wärmstens empfehlen.

Bewertung: vier

 

 

Und Whonachten rückt immer näher

Ok, ich entschuldige mich für das schlechte Wortspiel. Aber immerhin gibt es neue Bilder zum kommenden Weihnachtsspecial von Doctor Who:

Ich nutze keinen AdBlocker – noch

Ich persönlich habe in meinen Browsern ja keinen AdBlocker installiert. Nicht aus Faulheit, sondern durchaus aus Überzeugung. Ich bin schlicht der Meinung, wenn ich etwas umsonst kriege, muss ich dafür auch die Werbung ertragen.

Aber wenn ich mir Extrembeispiele wie dieses ansehe, dann könnte das vielleicht irgendwann eine Frage der Zeit sein, bis auch ich umschwenke: