Würzburg: Mozartschule? Abreißen und gut ist!

Man stelle sich vor, irgendwer müsste am Ende des Jahres einen Jahresrückblick über Würzburg schreiben, und ein Wort käme nicht darin vor: „Bürgerentscheid“ Wer sich das vorstellen kann, der kennt offenbar die Würzburger schlecht. Und so gibt es auch 2015 einen Bürgerentscheid, diesmal geht es um die Zukunft der seit Jahren (offiziell) leerstehenden Mozartschule.

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Stein des Anstoßes: Die ehemalige Mozartschule in Würzburg

Der Bürger hat die Wahl zwischen zwei Optionen. Der Vorschlag des Stadtrates sieht Neugestaltung des Mozartareals vor. Wie genau die Aussehen soll, na ja, das weiß keiner so genau. Ein Investor ist schon gefunden, bei Würzburg erleben spricht der gar von einem Starbacks. Aber ganz ehrlich, der spricht von so viel, dass man denkt, so groß ist das Mozartareal jetzt auch wieder nicht. Was da entstehen soll, ließe sich wahrscheinlich auch wie folgt zusammenfassen: Teure Wohnungen und ein Einkaufscenter, das ganze Oberzentrumsgedöns aus dem letzten Jahrhundert eben. Die zweite Option ist der von einer Bürgerinitiative „Rettet das MOZ“ angeleierte eigentliche Bürgerentscheid, der die Mozartschule sanieren will, um dann ein Kulturzentrum darin zu eröffnen. Was a) Scheiße teuer werden, obwohl b) niemand so genau weiß was man danach mit dem Gebäude eigentlich machen soll.

 

Und da gibt es ja noch das Thema Denkmalschutz, das den Abriss der ehemaligen Schule verhindern soll. Allerdings sag ich es mal so, das Gebäude ist jetzt kein architektonisches Kunstwerk und wenn wir alle Bruchbuden unter Denkmalschutz stellen, nur weil sie ein paar Jahrzehnte gestanden haben, können wir bald komplett aufhören neue Häuser zu bauen – nicht, dass es nicht einige Würzburger geben würde, die das so sehen.

Bürgerentscheide haben nix mit Demokratie zu tun

Vielleicht sollte man aber an dieser Stelle zuerst einmal anmerken, dass gerade die letzten beiden Bürgerentscheide in Würzburg eine Sache ganz deutlich belegen: Bürgerentscheide haben nichts mit Demokratie zu tun und durch sie wird auch nicht die Entscheidung eines signifikanten Anteils der Bürger festgestellt. Bürgerentscheide sind in Würzburg in Wahrheit nur ein Beleg dazu, welche Gruppe am geschicktesten in der Motivation ihrer eigenen Leute ist, während sich das Gros der Bürger nicht die Bohne für das Thema interessiert. Naturgemäß glauben die Initiatoren des Bürgerentscheids natürlich weiterhin die Masse der Bürger zu vertreten, aber allein die Wahlbeteiligung spricht für das Gegenteil. Und das es niemanden wirklich gejuckt hat, dass die Stadt Würzburg die Ergebnisse des letzten, für sie negativ verlaufenen, Bürgerentscheids schlicht und einfach ausgesessen hat, ist nur ein weiterer Beleg dafür.

Nichtsdestotrotz muss man sich als verantwortungsbewusster Bürger, der aus Prinzip sein Recht zur Wahl wahrnimmt, jetzt halt doch entscheiden. Und das ist für mich gar nicht so leicht. Meiner Ansicht nach braucht Würzburg keine großen Einkaufsflächen mehr und angesichts der ökonomischen Entwicklung ist das auch eine ziemlich blöde Idee. (Außerdem bringen mich als Liebhaber dieses himmlischen Getränks Kaffee auch keine zehn Pferde in einen Starbucks, kostenloses WLAN kriege ich auch woanders.) Auf der anderen Seite ist eine Sanierung des Areals schlicht zu teuer und auch als Kulturliebhaber bin ich der Ansicht, man kann es auch übertreiben. In der Zellerau entsteht gerade Großes auf dem Bürgerbräugelände und die Pläne rund um den Kulturspeicher ein ganzes Kulturzentrum entstehen zu lassen sind auch noch längst nicht fertig. Es braucht auf dem Mozartareal schlicht kein neues Zentrum.

Entscheidet am Ende eh wieder ein Richter?

Ich tendiere also am Ende notgedrungen zur ersten Option. Mit der bin ich zwar nicht glücklich, sie ist aber immerhin noch das geringere der beiden Übel. Abgesehen davon ist das Ergebnis des Bürgerentscheids vielleicht aber auch eh überflüssig, weil es unabhängig vom Ausgang eben nicht zwangsläufig auch umgesetzt werden muss. Setzten sich die Befürworter des Erhalts durch, muss erst einmal die ganze Sanierung geprüft werden. Außerdem muss man vielleicht auch mal konkret sagen, was überhaupt damit passieren soll. Das dauert …. und am Ende könnte die Stadt das Thema einfach aussitzen. Wogegen die Befürworter am Ende wohl auch klagen würden. Was auch eine nicht ganz unwahrscheinliche Option ist, wenn sich die Ansicht des Stadtrates durchsetzt. Was man auch gut an Würzburgs ehemals erstem Hochhaus in der Augustinerstraße sehen kann. Das bröckelnde Gebäude ist inzwischen seit einer Ewigkeit in einem mit grünem Netz umspannten Baugerüst versteckt, dass es mich schon wundert, dass noch niemand das Baugerüst selbst unter Denkmalschutz gestellt hat. Aber so ist das halt in Würzburg.

Eine Schreibmaschinen-Symphonie

Ich hab ja noch auf einer guten alten Schreibmaschine das 10-Finger-System in der Schule gelernt. „Maschinenschreiben“ nannte sich das Fach, und es hatte eigentlich so gar nichts musikalisches.

Wie Chris Gregg das im Detail angestellt hat, hat er hier bestens erklärt.

via interweb3000.de

Eine Mumie – Touristensouvenirs der anderen Art

Der moderne Zollbeamte an Flughäfen hat leider immer noch zu häufig mit Touristen zu tun, die Souvenirs aus den Überresten von gefährdeten Tierarten ins Land schmuggeln wollen. In den Herkunftsländern kann man diese ohne größere Probleme kaufen, man muss nur genug Geld haben. Wenn man aber rund 130 Jahre zurückgeht, dann war das Angebot für Touristen, damals per Definition gut betucht, noch weit erschreckender. Da traf man in Ägypten schon mal auf einen Straßenhändler mit Mumien im Angebot.

Man selling mummies in Egypt, 1875 – imgur.com

In der Tat gab es in Ägypten einmal eine Zeit, in der man derart viele Mumien ausgegraben hat, dass manche sie sogar als Ersatz für Brennholz missbraucht haben sollen. Während die vermeintlich kultivierteren Europäer zuhause in ihren Herrenhäusern Partys veranstalteten, deren Höhepunkt daraus bestand, gemeinsam eine Mumie auszuwickeln.

Solche Praktiken gehören inzwischen der Vergangenheit an. Mumien findet man heute nur noch in Museen, ob das die Totenruhe besser schützt, kann aber zumindest diskutiert werden. Und so sicher vor religiösen Eiferern sind sie im Notfall wahrscheinlich heute auch nicht mehr. Irgendwie hat das mit dem Plan der alten Ägypter, den Körper unversehrt für die Ewigkeit zu konservieren am Ende nicht ganz geklappt.

Freier Eintritt im Kulturspeicher, Würzburg

Kulturspeicher

Für Freunde des Würzburger Kulturspeichers gibt es eine schlechte, aber wie so oft auch eine gute Nachricht. Ab heute hat das Museum für Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart neue Preise, und die sind natürlich höher als die vorherigen. 4,50 Euro, statt wie bisher 3,50 Euro, kostet der reguläre Eintritt jetzt (ermäßigt 2,50 Euro).

Tja, aber die gute Nachricht lautet, jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt ins Museum im Kulturspeicher kostenlos. Beginnend mit dem kommenden Sonntag, 5. Juli. Bei meiner Finanzlage werde ich das doch gleich einmal nutzen, um mir die neue Ausstellung Desparate Housewives anzusehen.

Beim Spiel um den Thron wird wieder reichlich gemordet

Review: Game of Thrones – Staffel 5

Alter Schwede, sag ich nur, dass sie die Figur am Ende draufgehen lassen …. das ist selbst für Game of Thrones-Verhältnisse … ahh, keine Sorge, dieser Review enthält keine Spoiler.

Wie eigentlich alle Staffeln der Kultserie Game of Thrones war auf die 5. heiß erwartet, in Deutschland zu sehen auf Sky bzw. auch zum Streamen bei Amazon und iTunes. Und was soll ich sagen, im Großen und Ganzen hält sie durchaus auch ein, was sie versprochen hat. Es wird wieder reichlich gekämpft, was nicht nur unbedeutenden Nebenfiguren das Leben kostet – auch ja, und ein bisschen Sex gibt es natürlich auch noch. Der gute alte Game of Thrones-Cocktail wird eben wieder wie bewährt zusammen gemischt. Schmeckt damit aber auf der anderen Seite auch schon ein bisschen wie bekannt.

Wenn man langsam beginnen kann etwas zu kritisieren, dann sind es die Vielzahl der unterschiedlichen Handlungsstränge, die sich gerade in dieser Staffel aufzutun scheinen. Für die Bücher ist das nicht ganz so problematisch, bei der vergleichsweise kurzen Zeit die aber zur Charakterentwicklung im Fernsehen bleibt, wirkt es diesmal in mancher Episode fast schon ein wenig wie Zapping. Das stört ein wenig, vor allem wenn Handlungsstränge die vergleichbar unwichtig sind notgedrungen die gleiche Bedeutung bekommen, wie besonders interessante. So hat Jaime Lennister diesmal eher eine Nebenrolle abbekommen, der man aber in etwa genauso viel Zeit einräumt wie die spannende, weil düstere Entwicklung von Arya Stark. (Soviel Spoilern sei erlaubt, beide überleben diese Staffel, sind aber alles andere als glücklich. Aber wer ist schon glücklich in Game of Thrones?) Außerdem wird man bei mancher Wendung das Gefühl nicht los, sie dient auch ein wenig dazu die Sache etwas in die Länge zu ziehen. Als würden Zwischenhandlungen eingebaut, nur um den am Horizont heranziehenden Krieg – der ebenso kommen wird wie der Winter – noch ein paar Staffeln hinauszuziehen.

Auf der anderen Seite muss man aber natürlich auch eingestehen, dass mit dem Tod so manch tragender Rolle der ein oder andere Handlungsstrang sprichwörtlich ebenfalls über den Jordan geht.

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Was wurde eigentlich aus Bran Stark?

Nicht uninteressant ist auf der anderen Seite natürlich auch, wer so gar nicht vorkommt. Wer zum Beispiel erwartet hat, dass der junge Bran Stark nach dem Ende der 4. Staffel eine größere Rolle bekommen wird, dürfte von der neuen Staffel enttäuscht sein. Bran Stark taucht kein einziges Mal auf. Er könnte aber – und da beteilige ich mich jetzt mal an den zahlreichen Spekulationen – in der 6. Staffel allein schon wegen dem eingangs erwähnten Tod einer Hauptfigur wieder eine tragende Bedeutung bekommen. Aber ich bewege mich gerade zu sehr im gefährlichen Bereich des Spoilerns.

Insgesamt ist aber auch die 5. Staffel von Game of Thrones das Warten wieder wert gewesen. Nebenbei sind diesmal auch wieder Schlachten im Angebot und ja, auch die Drachen bekommen ihren Auftritt. Außerdem gibt es diesmal noch ein paar religiöse Fanatiker im Angebot und auch einen Doktor Frankenstein. Alte Weggefährten, die längst auf die dunkle Seite abgeschrieben wurden, erweisen sich als letzte Rettung, und aus den Gesichtern unschuldiger Kinder starrt einem der Tod ins Gesicht. Kurzum:

Sansa Stark, vom Regen in die Traufe.

Wer also auf die Free-TV-Ausstrahlung warten will, darf das durchaus in spannender Erwartung tun. Mir persönlich ist solche Geduld ja nicht gegeben. Allerdings ist das bei Game of Thrones ja bekanntlich so eine Sache. Denn für mich gibt es jetzt nur noch eine Frage, wann kommt endlich die 6. Staffel?!

Bewertung: vier