Companion des Doctors zu sein ist nicht immer leicht

Ja, ich zähle schon die Tage bis zum Start der neuen Staffel. Und ja, ich bin immer noch nicht begeistert, das nach wie vor Clara (Jenna Coleman) den Companion verkörpert. Ich mag sie einfach nicht und ich kenne übrigens auch keinen Whovian, der das tut. Aber was soll’s, damit muss man halt leben. Und wenn die Macher dahinter die Beziehung zwischen dem Doctor (Peter Capaldi) und Clara auch reichlich unglaubwürdig haben werden lassen, gab es doch für einen echten Fan auch schon Pillen zu schlucken, die noch ein bisschen größer waren.

Im folgenden kleinen Interview spricht Jenna Louise Coleman über ihre Rolle als Companion:

Schön übrigens, dass Moderatorin Christel Dee die Sendung im Outfit von Ace moderiert, die an der Seite des 7. Doctors den meiner Meinung nach besten Companion überhaupt verkörperte. Schließlich setzte mit ihr sozusagen eine Emanzipation der Figuren an, indem die meisten Companions nach ihr genau wie sie nicht mehr brav hinter dem Doctor hinterher trotteten, sondern auch eine eigene Meinung hatten. Das macht diese Figur, die ja in gewisser Weise auch nur die Gestalt wechselt, wie wir aus der 7. Staffel neuerer Zählung wissen, erst richtig interessant.

PS: Das Video enthält übrigens auch geheimes U.N.I.T.-Material über den Doctor. Seht es euch also bitte nur an, wenn ihr dazu auch befugt seid.

Der Beweis: Die Erde ist nicht rund, sie ist ein Teller

Freunde, ich habe in den Untiefen des Internets eine erschreckende Wahrheit gefunden. Die Wissenschaft hat uns die ganze Zeit über gelogen, die Weltraumorganisationen sind nur ein Propagandaunternehmen. Denn die unumstößliche Wahrheit ist, die Erde ist nicht rund, sie ist flach wie ein Teller.

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Die Erde ist flach, oder zumindest ein Teller. (Screenshot: Youtube)

Gemach, natürlich ist die Erde keine Frisbeescheibe, sondern rund und umkreist wie ein zu groß gewordener Golfball die Sonne. Wer sich allerdings mal einen vergnüglichen Youtube-Abend machen will, sollte bei Youtube mal nach „Flat Earth“ suchen und er wird auf die meiner Meinung nach größte Verschwörungstheorien stoßen, die es gibt.

Jetzt wird man zuerst einwenden, dass die Erde ja gar nicht flach sein kann, weil man in diesem Fall irgendwann das sprichwörtliche Ende der Welt erreichen würde und dann ins Nichts fällt. Außerdem, warum fließt denn dann nicht das ganze Wasser ab. – Darauf hat diese Verschwörungstheorie natürlich eine Antwort, die im obigen Screenshot recht gut illustriert ist. Die Erde ist nämlich nicht komplett flach, sondern hat die Form eines Tellers. Und der höhere Rand, defacto der Südpol, umgibt die Erde sozusagen und hält alles drin.

Dazu erst einmal meine persönliche Ansicht:

Diesem älteren Artikel nach gab es in den USA bis in die 1970er eine Flat Earth Society, die auf dem Standpunkt behaarte die Erde sei flach. Mit den Weltraumflügen der Amerikaner und Russen hatte sich dieser Unsinn dann aber erledigt. Doch die Menschheit hätte die Rechnung ohne das Internet gemacht, wenn sie wirklich glauben würde, die Sache sei damit erledigt. Denn im Netz erweist sich die Vorstellung einer flachen Erde als unausrottbar.

Das ist durchaus traurig, denn damit fallen jene Spinner auf einen Stand zurück, der weit in die Zeit vor Christi Geburt reicht. Schon im 3 Jahrhundert vor Christus wusste jeder halbwegs gebildete Mensch, dass die Erde eine Kugelgestalt hat. Die Vorstellung das die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei flach und diese Vorstellung hätte den Reisen von Kolumbus im Weg gestanden, gilt heute weitestgehend als eine Erfindung der Neuzeit. In die Welt gesetzt von ein Literaten, die das Mittelalter als besonders rückständig brandmarken wollten.

Ein Bild

Die BILD hatte vor einigen Tagen wieder einmal Ärger mit dem Presserat. Deutschlands führendes Boulevardblatt hatte ein Foto veröffentlicht, auf dem man von einiger Entfernung den offenen LKW sehen konnte, in dem 71 Flüchtlinge elendig gestorben sind – einige der Leichen waren zumindest in Teilen zu sehen ….

…. gestern bekam ich auf Twitter folgende Diskussion zwischen Guardian Digital-Chef Wolfgang Blau und BILD-Mann Kai Diekmann mit:

Ich kenne die Bilder von denen Blau spricht, weil sie selbst in einer meiner Timelines aufgetaucht sind. Es handelt sich dabei um Nahaufnahmen toter Kinder an einem Strand. Für den ersten Moment war ich mir nicht ganz sicher, ob sie nicht doch gestellt waren. Sie waren ein wenig zu perfekt gearbeitet, ich habe da ein gewisses Misstrauen aus meinem beruflichen Hintergrund entwickelt. Vielleicht wollte ich aber auch nicht wahrhaben, dass diese Bilder so die Realität widerspiegeln. Was sie übrigens auch dann tun würden, selbst wenn es sich dabei um gestellte Szenen handeln würde.

Ob man diese Bilder abdrucken sollte?

Um es vorweg zu sagen, ich fand die Entscheidung der BILD das Bild des LKWs mit den toten Flüchtlingen zu zeigen absolut richtig. Die Aufregung darüber ist für mich angesichts jener Bilder die uns unabhängig von diesen Ereignissen tagtäglich in den Nachrichten erreichen reichlich übertrieben. Das tägliche Grauen erreicht uns doch durch die Medien jeden Tag in unseren Wohnzimmern. War das eine reine „BILD darf das nicht, weil BILD aus Prinzip Scheiße ist“-Reaktion? Oder wollten da einige nicht sehen, was ihre Vorurteile anrichten? Die Toten im Mittelmeer sind längst zu einer Zahl geworden, die über das Einzelschicksal hinwegtäuscht. Sie sind abstrakt, der Anblick der Toten bringt sie zurück ins normale Begreifen.

Doch sollte man jene Bilder der toten Kinder deshalb auch veröffentlichen? Es gibt Dinge, die uns Menschen über Kulturen und Völker hinweg eint, sozusagen urevolutionäre Eigenschaften, die zu einer Selbstverständlichkeit geworden sind. Die meisten Menschen, die vor die Wahl gestellt werden nur einen Menschen retten zu können, retten das Kind und nicht den Erwachsenen. Kinder gelten kulturübergreifend als etwas schutzwürdiges, und es bedarf einer besonders entmenschlichten Ideologie wie etwa jene des IS, um von dieser menschlichen Gemeinsamkeit abzuweichen. Entsprechend löst der Anblick eines toten Kindes gewöhnlich eine emotionalere Reaktion in uns aus, als der Anblick eines toten Erwachsenen. Beides ist so sinnlos, aber das tote Kind – als Zeichen der Unschuld – ist noch einmal sinnloser. Das ist nicht logisch, aber ein tiefer menschlicher Zug.

Und deshalb, seht hin was in unseren Tagen geschieht und woran all unsere Ideale verblassen, wie bloße Lippenbekenntnisse erbärmlicher Heuchler:

Nicht nur Ungarn muss aus der EU geworfen werden

Lange habe ich jenen widersprochen, die immer wieder behaupteten, die EU hätte sich zu schnell und zu weit ausgebreitet. Trotz aller Unterschiede zwischen den europäischen Völkern war ich stets der Meinung, uns würde ein gemeinsamer Kulturkreis und ein gemeinsames Interesse einigen. Griechenland hat die ersten Kratzer an diesem Bild gezeigt, die Herausforderung der Flüchtlingskrise aber offenbart das Versagen der europäischen Idee.

Vor allem der Blick nach Osten zeigt ein ernüchterndes Bild. Die jungen Demokratien sind noch unreif und neigen zu Extremen. Das ist ihr erstrittenes Recht, macht sie aber zu schweren Partnern innerhalb eines gefestigten Staatenbundes wie der EU, der sich längst von reinen Wirtschaftsinteressen weg entwickelt hat und stattdessen versucht auf einem gemeinsamen ethischen Fundament zu stehen. Staaten wie Ungarn sind ein Extrembeispiel, nicht nur wegen der umstrittenen Grenzbefestigung sondern auch, weil dort eine Regierung an der Macht ist, die – als sie es noch alleine konnte – demokratische Elemente aus der Verfassung gestrichen hat. Staaten wie die Slowakei sind ein moralisches Problem, weil dort selbst die Asylanträge von Menschen aus Syrien weitestgehend ohne Aussicht auf Erfolg sind. Staaten wie Polen sind ein Problem, weil sie demonstrieren das Christentum mit Nationalismus zu verwechseln, wenn sie nur christliche Flüchtlinge aufnehmen wollen. Und wenn ein baltischer Staat, trotz seiner relativ niedrigen Bevölkerungsanzahl, nur bereit ist eine buchstäbliche Busladung an Flüchtlingen aufzunehmen, spricht auch das für sich.

Es ist Zeit anzuerkennen, dass die große Zahl der neu hinzugekommenen Mitglieder der Europäischen Union grundlegende – leider auch oft unausgesprochene – Bedingungen der europäischen Einigung nicht verstanden haben. In gewisser Weise liegt eine Ironie darin, wenn manche Politiker nicht müde werden von Wirtschaftsflüchtlingen zu sprechen, das diese Staaten allein aus wirtschaftlichen Interessen in die EU aufgenommen werden wollten. Es ging ihnen um ökonomischen Aufstieg, um Förderungen aus Brüssel und Zugang zu Absatzmärkten. Der solidarische Gedanke einer Gemeinschaft, die im Ernstfall füreinander einsteht, also nicht nur nimmt, sondern auch gibt, scheint dort unbekannt zu sein.

Die eigentliche Idee hinter Europa ist ihnen verborgen geblieben. Denn obwohl Europa einst als reine Wirtschaftsgemeinschaft entstand, war schon damals der Grundgedanke eine europäische Einigung durch eine gemeinsame Wirtschaft zu festigen. In Kerneuropa hat das auch weitestgehend funktioniert. Trotz manchem Stottern ist der deutsch-französische Motor am Laufen geblieben, Länder wie Italien oder Spanien zeigen weiterhin, dass sie bereit sind der Idee zu folgen und die Benelux-Staaten sind europäisch heute wie damals vorbildlich. Das Gesamtgebäude Europa ist aber zu groß und nicht mehr steuerbar. Die EU, das gilt es endlich klar zu bekennen, hat sich übernommen und geht daran langsam aber sicher zu Grunde.

Wenn wir die Idee Europa noch retten wollen, bedarf es mehr als ein paar Reformen, die etwa dazu führen leichter Beschlüsse fassen zu können. Verbesserungen der Regierbarkeit der EU mögen dringend notwendig sein, sie greifen aber zu kurz. Das einzige, was Europa jetzt noch retten kann, sind radikale Schritte. Wir müssen Länder wie Ungarn, aber auch Großbritannien oder Dänemark, ganz klar vor die Wahl stellen, entweder sie bekennen sich zur europäischen Einigung oder sie sollen gehen. Europa darf und ist kein Club der Profiteure!

Ein Europa mit angezogener Handbremse, kann ebenso wenig funktionieren, wie ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Ein gemeinsamer europäischer Weg kann nur in eine Richtung zeigen. Es mag paradox wirken, aber was Europa jetzt braucht ist ein Schritt zurück. Es ist das Kerneuropa plus hinzugekommene Länder wie Österreich oder Slowenien, dass noch in der Lage ist die europäische Idee wieder zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen. Sollten dann Länder wie Großbritannien oder Ungarn aufgrund ihrer faktischen Bedeutungslosigkeit, wenn sie alleine dastehen, oder aufgrund des Erfolgs der EU, wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden wollen, muss man ihnen die Hand erneut entgegen strecken, aber klar und deutlich vermitteln, was es heißt Mitglied in diesem Club zu sein. Man kann nicht nur nehmen, man hat auch die Verpflichtung selbst etwas zu geben, wenn es denn notwendig ist.

Treffen sich ein Preuße und ein Franke in meinem Kopf

Ich glaube ich habe an dieser Stelle ja schon öfter von diesen zwei kleinen Menschen in meinem Kopf erzählt, die hauptsächlich damit beschäftigt sind miteinander zu streiten. Da wäre zum einen der Preuße, der ständig etwas von „Pflicht, Anstand und Verantwortung“ erzählt. Ihm gegenüber steht ein Franke, der mit den Schultern zuckt und immer nur meint „Bassd scho“. Ich habe das mal in meinem Twitter-Account versinnbildlicht:

twitter-header

PS: Am Ende gewinnt übrigens meistens der Preuße. Der ist einfach zu gut organisiert, auch wenn es um Argumente geht.