Polizei hat nix gelernt: Bewusstlos geschlagen, Kopftuch heruntergerissen

Manchmal lese ich Nachrichten, die mich einfach nur erschüttert zurücklassen. Der Überfall auf eine junge muslimische Studentin, der sich bereits Anfang Februar diesen Jahres ereignete ist so ein Fall. Man liest es – aber man will es nicht glauben.

Eine junge Frau, die ein Kopftuch trägt, ist von der Universität in Kaiserslautern aufgebrochen. Als sie sich von ihren Freundinnen verabschiedet, wird sie kurz danach attackiert und bewusstlos geschlagen. Als sie wieder zu Bewusstsein kommt, ist ihr Kopftuch heruntergerissen und man hat sie mit Alkohol überschüttet.

Was macht man da in Deutschland? Richtig, man geht zur Polizei. Doch angesichts des Alkoholgeruchs, geht die erstmal davon aus, dass die junge Frau betrunken war und gestürzt ist. Als das unwahrscheinlich wird, unterstellt man ihr einen epileptischen Anfall. Das ist auch nicht der Fall, gut, denkt sich die deutsche Polizei, vielleicht ist sie ja wirklich überfallen worden. Man kennt doch diese Moslems, wahrscheinlich hat sie einen Freund, der vielleicht anderen nicht passt. Doch auch darauf gibt es keine Hinweise. Vielleicht lügt sie ja auch einfach, so zumindest eine weitere Vermutung der Polizisten.

Ok, ich bleibe jetzt ruhig und schreibe nicht, dass ich gar nicht so viel essen könnte, wie ich bei so etwas kotzen möchte. Und was für eine Scheißwut bei mir aufsteigt, wenn ich so einen Dreck lese.

Ok, gut, das mit der Vermutung, sie könne betrunken gewesen sein, kann man angesichts des Alkoholgeruchs eventuell ja auch nachvollziehen. Aber danach hört es, wenn man sich des gesunden Menschenverstandes bedient, doch langsam auf. Und selbst wenn eine der Vermutungen der Polizei richtig wären, so ist es doch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Behörde vielleicht auch mal in die Richtung eines rechtsextrem motivierten Überfalls zu ermitteln. Ist denn angesichts des totalen staatlichen Versagens in der NSU-Mordserie kein bisschen Vernunft bis in die Köpfe dieser Beamten vorgedrungen. Als ob es in diesem Land noch nie einen Angriff auf Muslime allein der Tatsache wegen, dass sie Muslime sind, gegeben hätte. Als ob das Kopftuch für den rechtsextremen Mob, auch dank der verantwortungslosen Politik sogenannten Konservativer wie in den Reihen der CSU, nicht längst zum Hassobjekt aufgestiegen wäre.

Sind wir wirklich soweit, dass man sich in diesem Land hinstellen muss und für die OPFER von Straftaten so etwas wie eine Unschuldsvermutung fordern muss, nur weil sie Muslime sind? Was geht in den Köpfen solcher Polizisten vor, die doch ihren Beruf wohl ergriffen haben, weil sie Menschen schützen wollen? Ist es am  Ende sogar ein Druck von oben, der keine Naziverbrechen in der Statistik haben möchte? Frei nach dem Motto, es kann nicht sein, was nicht sein darf?

Ja, ich bin ein staatskonservativer Hobbes’ianer. Aber Freunde, das mit dem Staat hat nur dann Sinn, wenn der Staat und seine Organe auch gewillt sind jeden Bürger unabhängig seiner Herkunft, seines Ranges, seiner Religion oder Sexualität den gleich Wert und den gleichen Schutz zuzubilligen. Ein Staat, der dies nicht tut, hat versagt. So wie es Deutschland in der NSU-Mordserie getan hat. In Ordnung, man kann Fehler, auch schlimmer Fehler machen, aber wenn man zumindest aus ihnen lernt, dann haben sie doch etwa positives bewirkt. Aber offenbar ist das hier nicht der Fall. Ich schäme mich, ich schäme mich wirklich.

Quellen:

Hinweis: Quellen in Medien ohne muslimischen oder Migrationshintergrund waren leider nicht zu finden. Was ich jetzt mal so stehen lasse.

Woran Europa wirklich zugrunde geht

Die Mitternachtsformel in LaTeX

Neben einem MOOC in Arbeitspsychologie mache ich gerade auch einen MOOC in Mathematik. Und da Mathe bekanntlich auch das Reich der Formeln ist, muss man diese dort auch entsprechend verwenden können. Bei iversity kann man dafür LaTeX nutzen.

Nun sind meine Erfahrungen in LaTeX nicht besonders umfangreich, oder eigentlich wusste ich bis jetzt eben bestenfalls das es das gibt und was es ungefähr ist. Von mathematische Formeln in LaTeX zu schreiben bin ich da dann natürlich weit weg davon. Abhilfe schaft der empfohlene Online-Editor unter atomurl.net/math/, mit dem man tatsächlich a) schnell eine Formel zusammenfassen kann und b) nebenbei auch die entsprechende Notation lernt.

Ausprobiert habe ich das mit der sog. Mitternachtsformel. Die deshalb Mitternachtsformel heißt, wie ein alter Lehrer von mir meinte, weil ich sie können muss, selbst wenn er Nachts in mein Haus einbricht und sie abfragen würde:

Oder in LaTex ausgedrückt: x_{1,2} =   \frac{- b \pm \sqrt{ b^{2} – 4ac } }{2a}

Praktisch ist der Editor aber nicht nur, weil man sich die entsprechende LaTeX-Zeilen kopieren kann, sondern weil er das Ergebnis auch gleich zum einbinden (siehe oben) bereitstellt.

Collatz am Vormittag

Ich bessere gerade ja meine JavaScript-Fähigkeiten auf, was tut man nicht alles für die Karriere. Gestern bin ich durch Zufall auf das sog. Collatz-Problem gestoßen und dachte mir, es wäre doch eine gute Übung dafür ein kleines Script zu schreiben. Das Ergebnis findet ihr hier: JavaScript: Das Collatz-Problem

fire tv stick: Endlich Katzenvideos rund um die Uhr gucken

Amazon hat seinen fire tv stick dankenswerterweise ja schon etwas früher verschickt, als eigentlich geplant. War mir allerdings wenig gebracht hat, weil ich gestern nicht zuhause war, als der Postbote zweimal geklingelt hat. Also bin ich heute auf dem Heimweg schnell noch in der Annahmestelle vorbei und habe mir das gute Stück nach Hause geholt.

Die Installation ist tatsächlich so einfach wie es Amazon immer behauptet. Einfach in den HDMI-Anschluss stecken und warten bis der Stick die Fernbedienung gefunden hat und schon kann ein kurzes Erklärvideo starten. Standardmäßig ist der Stick schon auf das Konto des Bestellers eingestellt, man kann das Konto aber auch noch ändern. Bedienung und auch Fernbedienung sind nicht ganz so minimalistisch wie bei Apple TV, aber trotzdem leicht verständlich.Neben der Startseite, die Apps, Videos usw. vereint, kann man sich zum Angebot von Amazon Prime navigieren oder durch den App-Shop wühlen, der wenn auch nicht so umfangreich, so doch gut ausgestattet ist. (Mal abgesehen davon, dass Apple diese Möglichkeit bekanntlich erst in einer neuen Version von Apple TV anbieten möchte – so zumindest die Gerüchte.)

katzensender

Cats – 24 Stunden rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche!

Im Appstore habe ich dann auch Pluto gefunden, eine App die mehrere englischsprachige Internetchannels bündelt und unter anderem auch den Traum eines jeden Internetsüchtigen im Angebot hat: Einen Kanal, der rund um die Uhr nur süße Katzenvideos zeigt.

Aber ernsthaft, lohnt sich der fire TV stick oder fire TV an sich?

Ich würde mal sagen, jein. Wahrscheinlich sollte man zumindest Amazon Instant Prime haben. Zwar kann man zum Beispiel auch Netflix ansehen, aber a) ist Netflix hoffnungslos überschätzt und b) hat das Google ebenfalls im Angebot, genauso wie Apple TV, das zudem auch noch das weit bessere Watchever als App integriert hat. Ob einem dann Chromecast besser gefällt, muss man selbst entscheiden. Ich kann das nicht beurteilen, da ich bisher mit Apple TV unterwegs war und die Box hauptsächlich zum Streamen mit dem iPad genutzt habe und natürlich dank MLB.tv zum Ansehen von Baseballspielen.

Was ich noch nicht ausprobiert habe ist das Spieleangebot, aber da bin ich eigentlich auch nicht so der Typ für. Ob das alleine mit der minimalistischen Fernbedienung Spaß macht, wage ich allerdings zu bezweifeln. Nicht umsonst hat Amazon dafür dann auch einen eigenen Gamecontroller im Programm.

Insgesamt fällt mein Urteil nach den ersten Stunden durchaus positiv auf. Der fire tv stick macht einen guten Eindruck. Einziges Manko, er lässt sich nicht wirklich ausschalten. Was dann ärgerlich ist, wenn man mehrere HDMI-Geräte angeschlossen hat und der stick dann die anderen blockiert.

Armenien: Kirche zum Heiligen Kreuz

Weil Papst Franziskus den Genozid an den Armeniern auch Genozid nennt, ist er in der offiziellen Türkei derzeit ziemlich unbeliebt. Wobei mir persönlich der Begriff Genozid fast schon zu klinisch ist, Völkermord kommt in solchen Fällen der Wahrheit doch näher.

Im Osten der Türkei, auf der Insel Akdamar steht noch immer die Kirche zum Heiligen Kreuz, wenn auch in einem beklagenswertem Zustand. Folgendes Video stammt aus dem Inneren der Kirche, die einst Bestandteil einer großen Klosteranlage war.

Was ist eigentlich Eigentum?

Zu den wenigen Professoren die mich in meiner Studienzeit wirklich beeinflusst haben, und mich entsprechend auch heute in gewisser Weise begleiten, gehört ohne Zweifel Karl-Heinz Brodbeck. Noch heute basieren wesentliche Denkstrukturen die ich in ökonomischen Fragen habe, auf Erkenntnisse, die eigentlich sogar aus Nebensätzen von ihm stammen. Wobei Brodbeck ja eigentlich dafür bekannt ist, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen und sich Fragen zu stellen, die andere als gegeben voraussetzen.

Wie zum Beispiel die Frage, was Eigentum eigentlich ist? Welche Grundvoraussetzungen wir alle als gegeben sehen, wenn wir im Supermarkt um die Ecke einkaufen? Was Geld dabei für eine Rolle spielt? Oder ob die Gleichung Geld gegen Arbeit überhaupt aufgeht? Diese und andere Fragen sind Inhalt des folgenden Vortrags:

Eine Erkenntnis sei allerdings hervorgehoben. Während der Wert des Geldes tatsächlich auf dem Vertrauen basiert, dem wir ihm entgegenbringen, gilt das Eigentum letztlich nur durch die Garantie des Staates einen berechtigten Eigentumanspruch durchzusetzen. Diese simple Tatsache ist natürlich bitter für Vertreter des libertären Kapitalismus, die glauben auch Eigentum ließe sich über den Markt regeln. Das mag eine schöne Theorie sein, die Realität aber ist eine andere. Wenn der Staat aufhört Eigentumsrechte zu garantieren, hört der Markt auf zu existieren.

Game of Thrones ist ja eigentlich kein Fantasy

Das mit den passenden Bildern muss die Bildredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung noch mal üben. Während es in der Bildunterschrift heißt, Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) wolle das Mordspiel gewinnen, sieht man auf dem Foto groß und breit Cersei Baratheon (Lena Headey). Sei’s drum, interessant ist ja vor allem der Artikel aus der Feder von Hernán D. Caro, der mir endlich eine Frage beantwortet hat, die mich schon lange umtreibt. Wie kann jemand wie ich, der Fantasy für eines der wenigen verzichtbaren Genres hält, ein Fan von “Game of Thrones” sein?

Ja, ich bin kein Fantasyfan. Pflichtschuldig habe ich alle Herr der Ringe-Bücher gelesen, zusätzlich auch den Hobbit, aber zum Beispiel nach wie vor nicht alle Filme gesehen. Also warum mag ich dann Game of Thrones?

Game of Thrones

Zwei Schwestern, zwei Meinungen?

Weil es gar keine Fantasygeschichte ist. Okay, es kommen Drachen drin vor, lebende Tote usw. – das deutet jetzt nicht unbedingt auf eine realistische Darstellung des Mittelalters hin, aber wie Caro in seinem Artikel deutlich darlegt, fehlt ein grundlegendes Element des Fantasygenres: Gut gegen Böse! Es gibt nicht den edlen König oder den treuen Hobbit, den mächtigen guten Zauberer und den mindestens ebenso mächtigen bösen Zauberer. Es gibt nicht einmal wirklich den ehemals Bösen, der dann auf dem Pfad des Guten wandelt. Vielleicht wäre Ned Stark eine solche Figur gewesen, aber der verlor bereits in der ersten Staffel für seine ehrenhafte Haltung den Kopf. Überhaupt scheint in Game of Thrones eine Wandlung das Leben für die wirklich Guten recht kurz zu sein, Ausnahmen bestätigen da die Regel. Und natürlich würden auch mir ein oder zwei Charaktere einfallen, die man eindeutig als gut bezeichnen kann. Aber kaum welche, die den Part des absolut Bösen einnehmen.

In dieser Geschichte aber sind die Grenzen fließend selbst bei der unschuldigen Sansa Stark, die am Königshof mit dem Gleichmut und der Verzweiflung einer Jungfrau alles ertragen hat, zeichnete sich am Ende der 4. Staffel etwas geradezu diabolisches ab. Andere hingegen, wie der Königsmörder Jamie Lannister wurden von Staffel zu Staffel vielleicht nicht besser im moralischen Sinne, aber menschlicher. Ebenso menschlich wie Cersei, die sprichwörtlich über Leichen geht, aber eben nicht aus Lust, sondern um ihre Kinder wie eine Löwenmutter zu verteidigen. Und auch Daenerys, die sich Gerechtigkeit aufs Banner geschrieben hat und alle Sklaven befreit, weiß längst wie man als Herrscherin blutige Rache nimmt.

Auf die Drachen kommt es an.

Deshalb ist Game of Thrones unserer Realität, mit ihren verschwimmenden Grenzen, dem pragmatischen Handeln weit näher. Herr der Ringe ist Schwarz-Weiß, Game of Thrones zeigt die Grautöne der Realität. Der Kampf um den Eisernen Thron ist Machtpolitik pur, ohne dabei – wie Politik es heute tut – einen Schleier darüber zu breiten, dass alle ihren Machiavelli gelesen haben.

Auch wenn das Intro der Serie wie bei ein Fantasyspiel wirkt und dabei eine gewisse Planfähigkeit suggeriert, sind am Ende alle nur Getriebene der Umstände. Das alles macht die Figuren aus der Feder von George R. R. Martin vielschichtiger und weniger glattgebügelt, als das in typischen Fantasygeschichten der Fall ist. Am Ende macht es die Figuren menschlicher.

Schnell mal eine Instagram-Galerie erstellen

Instagram weiß was sich gehört und bietet Entwicklern natürlich auch eine entsprechende Api an, über die eigene Projekte wie Apps, aber auch nur Einbindungen auf der eigenen Webseite machbar sind.

Wer nicht selbst coden will oder kann, und ohnehin nur eine kleine Galerie von Instagramfotos in die Webseite einbinden möchte, kann zum Beispiel auf das Angebot von SnapWidget zurückgreifen. SnapWidget bietet schon in der kostenlosen Version, für die auch keine Anmeldung notwendig ist, umfangreiche Möglichkeiten der Gestaltung an. Fotos können entweder nach User oder Hashtag ausgewählt werden und in fünf Verschiedenen Ansichten angezeigt sind.

Beispielseite mit allen fünf Darstellungsformen

Neben der klassischen Abbildung der Fotos (Grid), kann zusätzlich noch Username und Bildtext (Board) angezeigt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer scrollbaren Galerie, einer Slidshow und einer Darstellung auf einer Karte (sofern die Fotos entsprechend getaggt wurden.) Innerhalb dieser Optionen gibt es weitere Anpassungsmöglichkeiten wie etwa das Teilen der Fotos bei Twitter oder Facebook, MouseOver-Effekte usw. Das alles geht dann aber natürlich ein wenig auf die Ladezeit, wer etwa nur eine einfache Galerie haben möchte, kann sich dazu auch mal das ebenfalls kostenlose Angebot von Webstagram.com ansehen. Klickt der User auf eines der Vorschaubilder, wird ihm das Instagramfoto auf der Seite von SnapWidget angezeigt, deren Branding und eingebaute Werbeanzeigen inklusive. Wer derartiges vermeiden möchte muss dann entweder selbst tätig werden, oder eines der Pro-Pakete kaufen. Dann gibt es auch zusätzlich die Möglichkeit zu blättern, also mehr als z.B. 3×3 Fotos angezeigt zu bekommen.

 

Easy Infografiken mit easel.ly

Infografiken sind ja so ein Hype, der sich erstaunlich lange hält. Und inzwischen gibt es im Web auch zahlreiche Angebote, die einem dabei helfen. Die Free-Variante von easel.ly habe ich heute mal kurz angetestet und innerhalb einer guten Viertelstunde folgendes Ergebnis rausbekommen:

websitewer
easel.ly

Natürlich hat die Free-Variante deutliche Einschränkungen, was das zur Verfügung stehende Material an Templates, Hintergründen und Grafiken angeht, aber für mal so eben schnell eine Infografik zu erstellen, taugt das Angebot allemal.