“In der Blogoszese ist der Teufel los”

Jeder katholische Blogger ist ein Missionar

Eine wissenschaftliche Arbeit, die auf Grundlage eine Umfrage unter katholischen Bloggern, die Bedeutung der deutschen Blogoszese analysieren will, sorgt unter eben jener für einige Aufregung.

Mit ihrer Masterarbeit Das missionarische Potential der deutschsprachigen katholischen Bloggerszene hat Anna Heiliger von der Ruhr Uni in eben jener Bloggerszene in den letzten Tagen für einiges an Aufregung gesorgt. Die Arbeit basiert im Wesentlichen auf einer Umfrag unter katholischen Bloggern und bietet ein beruhigend vielfältiges Bild. Beruhigend in der Hinsicht, dass sich jetzt gut die Hälfte der katholischen Blogger tierisch über die Erkenntnisse der Stichprobe aufregen, weil dort Charakterisierungen genannt wurden wie z.B. “rechtskatholisch”, “rechtslastige Blogger”, “papstfeindlich”, es herrsche ein “menschenverachtender Umgangston mit Andersdenkenden” und hier würde der Kicher “massiv Schaden” zugefügt. Und das stimmt natürlich auch alles, im Einzelfall, lässt sich so aber natürlich nicht verallgemeinern. Da jene Gruppe, der dies allerdings nicht zu Unrecht zum Vorwurf gemacht wird, innerhalb der katholischen Blogger am lautesten schreit bloggt, ist es leider nicht verwunderlich, dass von Außen weite Teile der katholischen Bloggerwelt so dann auch wahrgenommen wird. (Was natürlich auch ein Vorwurf an die andere Hälfte der bloggenden Katholiken ist, mich ausdrücklich nicht ausgenommen.)

Die Reaktionen, unter jenen, die sich getroffen fühlen, ist wie zu erwarten. Bedauerlicherweise bietet die Autorin reichlich Angriffsfläche in der äußeren Form ihrer Arbeit. Sollte es sich bei dieser Version tatsächlich um eine Masterarbeit handeln, scheint man mit der guten alten Diplomarbeit meiner Tage auch so ziemlich alle Regeln einer wissenschaftlichen Arbeit über Bord geworfen zu haben. Bei allem notwendigen Respekt, ich bezweifle ernsthaft, dass diese Arbeit auch nur ein einiges Mal Korrektur gelesen wurde. Ein Umstand, der von manchen jetzt als Argumentation gegen den Inhalt missbraucht wird. Zudem lässt die offenbar notwendige Erläuterung der Geschichte des Internets tief blicken, wie weit man dort unter den Theologen in Bochum wirklich ist. Eine Studie aus dem Jahr 2005 über die Demografie der Blogger zu nutzen ist – na ja, zumindest mutig. Aber …

Dabei ist zumindest an den Ergebnissen der Umfrage wenig auszusetzen. Was hätte die gute Frau machen sollen, alle kritischen Antworten in den Papierkorb werfen?

Und ein bisschen amüsiert hat mich zumindest jene Stelle, in der die Autorin die Journalistin Barbara Wenz zitiert, die die geringe Wertschätzung katholischer Blogs beklagt, und dass man das “journalistische Potential” nicht würdige. Angesichts ihres eigenen Blogs Elsas Nacht(b)revier, laut der Arbeit erschreckenderweise eines der reichweitenstärksten Blogs, hat man dafür echt Verständnis.

Aber ich schweife ab, ebenso, wie die Diskussion abzuschweifen scheint. Stellen wir uns doch lieber tatsächlich einmal die Frage nach dem missionarischen Potential katholischer Blogger. In den Kommentaren zu Diskussion über die Studie wird die Thematik zumindest angerissen. Meine persönliche Antwort lautet natürlich “ja”. Wer an Mission denkt, sieht oft noch die Missionare im Dschungel vor seinem geistigen Auge, dabei ist Mission die Aufgabe eines jeden Christen. Natürlich heißt das jetzt nicht, dass wir Katholiken einen auf “Zeugen” machen müssen und an unzähligen Haustüren klingeln sollen. Mission ist für mich schlicht auch das christliche Leben im Alltag, Leben in Form eines Vor-Lebens christlicher Werte. Und dieses Vor-Leben findet eben auch in Form eines Blogs statt. Ich möchte nun wahrlich nicht behaupten, die Mehrzahl meiner Artikel hier sei katholisch motiviert, aber nicht wenige meiner nicht religionsbezogenen Beiträge basieren dennoch auf dem katholischen Fundament meines Lebens.

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Locafox.de: Online informieren, offline kaufen

ROPO heißt die neue Hoffnung des Einzelhändlers

Ein Berliner Startup möchte mit einem Online-Portal Käufer informieren und anschließend direkt mit einem Einzelhändler vor Ort zusammenbringen.

ROPO heißt ein neues Akronym, an das man sich eventuell künftig gewöhnen muss. Research Online, Purchase Offline. Gemeint sind Kunden, die sich zuvor im Netz über die Eigenschaften eines Produktes informieren, es dann aber im Anschluss doch im Laden um die Ecke kaufen. Das klingt fast schon nach einer neuen Entwicklung, vermutete man hinter ROPO doch eher Research Offline, Purchase Offline. Der böse Kunde, der die umfassende Beratung im Geschäft genießt und dann doch lieber bei Amazon zuhause bestellt.

Locafox.de hat es sich zum Ziel gesetzt Kunden im Netz abzuholen und sie dann zu den Einzelhändlern vor Ort zu schicken, die mit ihnen eine Partnerschaft abgeschlossen haben und das Portal entsprechend mit Informationen über die vorhandenen Produkte informieren. Klingt jetzt eigentlich wie eine gute Idee und wenn man dem zweiseitigen Bericht in der aktuellen Ausgabe von startingup trauen kann, läuft das Ganze auch schon ganz erfolgreich an. Wer sich das Projekt allerdings selbst mal kurz ansieht, der entdeckt schnell doch noch ein paar Startschwierigkeiten.

Da geht es nicht um die lediglich zehn vorhandenen Großstädte, Fokus liegt auf Berlin, das ist klar. Was der User dort online vorfindet ist so wenig überzeugend, dass er es sich eigentlich auch sparen könnte. Wer zum Beispiel mal ein iPad eingibt, bekommt definitionsgemäß die Geschäfte genannt, in denen es in seiner Nähe ein iPad zu kaufen gibt. Und das ist der einzige Mehrwert. Zu behaupten, der User könne sich hier online informieren ist in diesem Beispiel ein schlechter Witz. Statt Infos bekommt er einen übergroßen unformatierten, lieblos hingeklatschen einzigen Absatz als Produktbeschreibung. Sie darüber über das Produkt zu informieren ist so sinnvoll – nein, ist eigentlich nicht sinnvoll. Sorry, aber wenn ich damit werbe den User über das Produkt online informieren zu wollen, muss ich mir schon was besseres einfallen lassen. 3D, Videos – mindestens. So wird man einer entsprechenden Googelsuche nie das Wasser abgraben können.

Mal abgesehen davon, dass ich als Bewohner vor Ort bei den meisten Produkten durchaus weiß, wo ich es im Handel bekomme. Bliebe aber die Möglichkeit, dass ich mich in einer fremden Stadt bewege und dann folgerichtig mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine App angewiesen wäre. Locafox.de hat eine iOS-App im Angebot – ja, und zwar nur eine iOS-App. Freunde, ganz ehrlich, mir ist klar, dass die digitale Avantgarde iPhones total geil findet, die reale Welt da draußen läuft aber mit Android in der Tasche rum. Ich erwarte ja gar nicht mehr, dass sich jemand um Windows Phone-Nutzer wie mich kümmert, aber wer heute den Fokus auf iOS legt, hat gar nichts, aber auch gar nichts verstanden.

Neuer “Avengers – Age of Ultron”-Trailer

Das Frauenbild von New Labour

Neulich in einer Wahlkampfzentrale in Britannien

Labour will, wie man hört, bei weiblichen Wählern besser ankommen. Da haben sich die Marketingstrategen gedacht, lasst uns doch mal eine Aktion speziell für Frauen machen.

Ich sage ja gerne, irgendwie hat der Untergang der deutschen Sozialdemokratie mit New Labour in Großbritannien begonnen. Vielleicht lohnt es sich also einen Blick auf die britischen Inseln zu werfen, um auch ein bisschen in die Zukunft der SPD zu blicken.

Womit dann auch geklärt wäre, was passiert, wenn man Männer Wahlwerbung machen lässt, die auf Frauen abzielt. Nichts gegen die Farbe Pink, also auch wenn man auf der Insel felsenfest behauptet, das sei eher Magenta, aber, wenn einem nur Barbiespielzeug beim Thema “Frauen” einfällt, sollte man wohl besser nicht damit an die Öffentlichkeit gehen.

In meinen Alpträumen sehe ich schon Sigmar Gabriel am Steuer eines pinken Kleinbuses, aus dem dann Andrea Nahles steigt und hinten Manuela Schleswig wie versteinert sitzen bleibt, und sich fragt, ob sie bei den Grünen politisches Asyl bekommt.

via Schlecky Silberstein

Der Sensenmann fährt zur See

Piraten schätzen lieber das Piratenleben

Dji. Death Sails from simpals on Vimeo.

Auch der Tod muss von Zeit zu Zeit zurückstecken, denn nicht immer wollen seine Kunden freiwillig mitkommen. Manch Pirat klammert sich zum Beispiel dann doch lieber an das Piratenleben – ist ja irgendwie viel schöner, oder?